KNDS Aktie: Bewertung sinkt auf 18 bis 20 Milliarden
EU-Kommission genehmigt Kontrollstruktur für KNDS, doch staatlicher Einfluss drückt die erwartete Bewertung auf 18 bis 20 Milliarden Euro.

Kurz zusammengefasst
- EU-Kommission gibt grünes Licht
- Bewertung sinkt auf 20 Milliarden
- Staaten behalten Mehrheitsanteil
- US-Auftrag als möglicher Kurstreiber
Die EU-Kommission macht den Weg frei. Brüssel erlaubt der deutschen KfW und der französischen Giat die gemeinsame Kontrolle über den Rüstungskonzern KNDS. Das räumt eine zentrale Hürde für den geplanten Börsengang aus dem Weg. Dennoch wächst hinter den Kulissen die Nervosität.
Staatseinfluss schreckt Investoren ab
Der Zeitplan für das Debüt in Frankfurt und Paris wackelt. Bankenkreise erwarten den Schritt nun erst im September. Auch die Bewertung sinkt. Statt der erhofften 25 Milliarden Euro peilen die Begleiter nur noch 18 bis 20 Milliarden Euro an.
Der Grund für den Abschlag liegt in der Aktionärsstruktur. Nach dem Börsengang wollen beide Staaten zusammen die absolute Mehrheit der Anteile halten. Der Streubesitz fiele anfangs mit 20 Prozent mager aus. Die Folge: Fondsmanager meiden solche stark staatlich kontrollierten Konstrukte. Die Regierungen wollen ihre Pakete erst über die kommenden drei Jahre abbauen.
Volle Auftragsbücher und neue Technik
Operativ steht der Konzern glänzend da. KNDS erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand liegt bei massiven 33,1 Milliarden Euro. Besonders das Munitionsgeschäft treibt das Wachstum an.
Parallel dazu rüstet das Unternehmen technologisch auf. Auf der Messe Eurosatory verkündete KNDS eine Partnerschaft mit Nokia. Die Finnen liefern ein mobiles 5G-Netzwerk für den Schützenpanzer VBCI. Soldaten und unbemannte Fahrzeuge erhalten so eine abhörsichere Echtzeit-Verbindung auf dem Gefechtsfeld. Das schließt kritische Kommunikationslücken.
US-Auftrag als Joker
Ein anstehender Großauftrag könnte die Stimmung der Investoren drehen. KNDS bewirbt sich gemeinsam mit Leonardo DRS um ein Artillerie-Programm der US-Armee. Es geht um 500 Systeme. Eine erste Entscheidung fällt im Juli.
Fällt der US-Zuschlag in die Zeichnungsfrist, dürfte die Nachfrage nach den Aktien rasant steigen. Ohne diesen amerikanischen Joker muss das Management die Milliardenbewertung allein mit dem bestehenden Geschäft rechtfertigen. Die anlaufende Roadshow mit den Fondsmanagern wird nun über das Schicksal des Sommer-Listings entscheiden.
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