KNDS Aktie: Bewertung unter 12 Milliarden

Der Rüstungskonzern KNDS steht vor einem schwierigen Börsengang, da Investoren und Eigentümer weit auseinanderliegende Preisvorstellungen haben.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung von Finanzdaten und Markttrends mit einem abwärtszeigenden Pfeil, der eine Bewertung unter 12 Milliarden symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Investoren sehen KNDS unter zwölf Milliarden Euro wert
  • Eigentümer-Familie pocht auf mindestens 12,5 Milliarden
  • IPO-Verschiebung droht bei ausbleibender Einigung
  • Staatliche Kontrollrechte belasten die Bewertung

Der geplante Börsengang des franco-deutschen Rüstungskonzerns KNDS steht unter Druck. Institutionelle Investoren signalisieren, dass sie den Konzern für weniger als zwölf Milliarden Euro halten — deutlich unter den internen Erwartungen der Eigentümer.

Wegmann-Familie zieht rote Linie

In Vorgesprächen dieser Woche haben mehrere Großinvestoren KNDS und seinen Beratern klar gemacht: Eine Bewertung über zwölf Milliarden Euro ist für sie nicht darstellbar. Das trifft auf harten Widerstand. Die Wegmann-Familie, die gemeinsam mit der französischen Regierung je 50 Prozent hält, soll unter 12,5 Milliarden Euro nicht verkaufen wollen.

Ursprünglich hatte KNDS intern eine Bewertung zwischen 15 und 18 Milliarden Euro angepeilt. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist erheblich. Einigen sich beide Seiten in den Gesprächen nächster Woche nicht, droht eine Verschiebung des für Mitte Juli geplanten Listings an der Euronext Paris und der Frankfurter Börse.

Stimmungswandel im Sektor

Der Bewertungsdruck kommt nicht aus dem Nichts. Die europäische Rüstungsbranche erlebte nach 2022 einen massiven Aufschwung — dieser Rückenwind lässt nach. Der Stoxx Targeted Defence Index notiert 2026 weitgehend auf der Stelle.

Als konkreter Auslöser gilt die Stornierung eines milliardenschweren Kriegsschiffprojekts durch die Bundesregierung. Die Entscheidung löste eine scharfe Korrektur bei Rheinmetall aus. Investoren hinterfragen seither, wie verlässlich künftige Rüstungsaufträge wirklich sind.

Starkes Auftragsbuch, schwächere Margen

Die Fundamentaldaten von KNDS selbst sind solide. Das Unternehmen schloss 2025 mit einem Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro ab — ein Rekordwert, der mehrere Produktionsjahre absichert. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, die EBIT-Marge lag bei rund 15 Prozent.

Für 2026 rechnet KNDS allerdings mit einem Rückgang auf etwa 12 Prozent. Grund sind IPO-Kosten und ein intensiver Kapazitätsausbau für Systeme wie den Leopard-2-Kampfpanzer und die CAESAR-Artillerie.

Staatliche Kontrolle als Hemmschuh

Das geplante IPO ist als Sekundärverkauf von bis zu 20 Prozent der bestehenden Anteile strukturiert. Parallel kauft die Bundesregierung über die KfW einen 40-Prozent-Anteil von der Wegmann-Familie. Das Ergebnis: Frankreich und Deutschland halten danach je 40 Prozent, der Streubesitz beträgt rund 20 Prozent.

Für die staatlichen Ankeraktionäre gelten zehnjährige Haltefristen und sogenannte Golden-Share-Schutzrechte für nationale Sicherheitsinteressen. Genau das bereitet manchen Investoren Kopfzerbrechen. Hohe Staatskontrolle und strategische Flexibilität schließen sich aus ihrer Sicht nicht selten aus — und das drückt auf die Preisbereitschaft.

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