KNDS Aktie: Börsengang auf Eis

Der Panzerbauer KNDS stoppt seinen geplanten Börsengang aufgrund schwacher Nachfrage und schwieriger Marktbedingungen im Rüstungssektor.

Redaktion Stock-World ·
Ein zugefrorenes Vorhängeschloss mit einem unscharfen Börsenticker im Hintergrund, der fallende Kurse anzeigt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • IPO-Prozess vorerst gestoppt
  • Bewertungsfrage als Hauptgrund
  • Doppelnotierung in Frankfurt und Paris geplant
  • Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro

Der milliardenschwere Rüstungs-Börsengang ist geplatzt – zumindest vorerst. KNDS legt den IPO-Prozess auf Eis und verweist auf die aktuelle Marktvolatilität im europäischen Verteidigungssektor. Die Eigentümer wollten den Schritt erst dann wieder aufnehmen, wenn sich die Kapitalmarktbedingungen verbessern, teilte der deutsch-französische Panzerbauer am Mittwochabend mit.

Vorausgegangen waren Berichte, wonach die Eigentümer bei institutionellen Investoren nicht auf ausreichend Zuspruch für die angepeilte Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro stießen. Genau diese Bewertungsfrage hatte den Prozess in den vergangenen Tagen begleitet – offenbar mit dem Ergebnis, dass Angebot und Nachfrage nicht zusammenfanden.

Doppelnotierung in Frankfurt und Paris geplant

Ende Juni hatte KNDS noch angekündigt, die Aktien im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platzieren zu wollen. Es wäre einer der größten europäischen Rüstungs-Börsengänge der vergangenen Jahre geworden. Grundlage war eine Einigung zwischen Berlin und Paris über die künftige Eigentümerstruktur: Deutschland und Frankreich sollten je 40 Prozent halten, die verbleibenden 20 Prozent waren für institutionelle Investoren vorgesehen.

In der eigenen Mitteilung betont KNDS, sämtliche Vorbereitungsphasen für die Notierung im Wesentlichen abgeschlossen und intensive Gespräche mit Investoren geführt zu haben. Diese hätten die differenzierte Marktposition und die langfristige Strategie des Konzerns bestätigt. Als Beleg für die eigene Stärke verweist das Unternehmen auf einen Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 sowie einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro im gleichen Jahr.

KNDS entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Rüstungsunternehmen Nexter und beschäftigt heute rund 11.000 Menschen. Bekannt ist der Konzern vor allem als Hersteller des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000. Der Hauptsitz liegt in Amsterdam, die deutsche Zentrale in München.

Eine feste Frist für die Wiederaufnahme des Börsengangs nennt das Unternehmen nicht. Die Eigentümer wollen die Marktlage weiter beobachten und den Prozess starten, sobald die Bedingungen es zulassen.

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