KNDS Aktie: Freisen wird zur Produktions-Hochburg?
KNDS besprach mit Patria die Fahrzeugproduktion in Freisen; CEO Alary hält einen Börsengang 2026 bei passenden Marktbedingungen für möglich.

Kurz zusammengefasst
- CAVS-Fahrzeugmontage in Freisen ab 2027
- Kapazitätsausbau am Standort wurde erörtert
- Abfangdrohne AXS-μ1 soll 2027 in Serie gehen
- KNDS hält Börsengang 2026 für möglich
Gestern haben Patria und KNDS Deutschland über ihre Zusammenarbeit beim multinationalen CAVS-6×6-Programm beraten. Die beiden Rüstungsunternehmen sprachen über Arbeitspakete für KNDS und die Serienfertigung in Freisen. Zugleich wurde eine mögliche Erweiterung der dortigen Kapazitäten thematisiert.
Bundeswehr-Fahrzeuge aus Freisen ab 2027
Grundlage der Gespräche bildet ein am 11. August unterzeichneter Rahmenvertrag. Die Vereinbarung regelt die Montage sowie die Endintegration von Patria-6×6-Fahrzeugen für die Bundeswehr. Die ersten Fahrzeuge der Serie entstehen in Finnland, bevor ab 2027 die Endmontage in Freisen anläuft.
Kooperation bei Abfangdrohnen und Indien-Auftrag
Parallel zum Fahrzeugbau erweitert KNDS sein technologisches Spektrum bei unbemannten Systemen. Am 24. September vereinbarte das Unternehmen eine strategische Kooperation mit AERIX SYSTEMS.
Ziel ist die gemeinsame Entwicklung und Industrialisierung der Abfangdrohne AXS-μ1. KNDS will das Fluggerät in das eigene System TARGAS DSP10 integrieren. Der Konzern begleitet das Projekt bis zur Einsatzreife, während die Serienfertigung für 2027 avisiert ist.
Flankiert wird das Programm durch internationale Aufträge. Am 17. September meldete KNDS die Vereinbarung zur Lieferung von 126 neu gefertigten 20-mm-Türmen des Typs THL20 für Indien. Das System ist für das dortige Kampfhubschrauber-Programm bestimmt. Für die indischen Streitkräfte liefert KNDS zudem Munition.
CEO Alary hält Börsengang 2026 offen
Über die operativen Projekte hinaus steht die gesellschaftsrechtliche Zukunft im Fokus. Vor rund zwei Wochen war über eine Verschiebung des geplanten Börsengangs berichtet worden. Laut Reuters war ein erster Anlauf im Juli ausgesetzt worden. Bloomberg berichtete, dass KNDS und die Eigentümer eine Verschiebung erwogen. Hintergrund waren Rückmeldungen von Investoren zur Kursentwicklung börsennotierter Rüstungsunternehmen.
Heute äußerte sich CEO Jean-Paul Alary zu den Börsenplänen. Ein Börsengang im Jahr 2026 bleibe möglich, sofern die Marktbedingungen den Vorstellungen der Anteilseigner entsprechen. KNDS bevorzuge ein frühes Listing an der Börse. Eine Transaktion während des französischen Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2027 solle vermieden werden.
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