KNDS Aktie: Haushaltsausschuss entscheidet Freitag

Der Panzerhersteller KNDS erwartet die finale Zustimmung des Haushaltsausschusses für den Börsengang im Juli.

Redaktion Stock-World ·
Eine Hand legt einen Stimmzettel in eine Wahlurne, im Hintergrund unscharfe Politiker in einem Parlamentssaal. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Haushaltsausschuss entscheidet über Staatsbeteiligung
  • Bund und Frankreich halten je 40 Prozent
  • Umsatz 2025 auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen
  • Börsengang im Juli geplant

Der Franco-deutsche Panzerhersteller KNDS steht kurz vor seinem Börsengang. Einziges verbleibendes Hindernis: die formale Zustimmung des deutschen Haushaltsausschusses zur geplanten Staatsbeteiligung.

Parlamentarische Hürde

Der Haushaltsausschuss des Bundestages sollte am Freitag grünes Licht für den Einstieg des Bundes geben. Oppositionsparteien kritisierten, sie hätten zu wenig Zeit gehabt, die Investition zu prüfen. Eine Entscheidung muss jedoch vor dem geplanten Börsengang im Juli fallen.

Die Bundesrepublik hat mit der Wegmann-Familie eine grundsätzliche Einigung erzielt. Der Bund erwirbt 40 Prozent der Stammaktien — abgewickelt über die KfW. Alle Kosten und Risiken trägt der Bund selbst.

Eigentümerstruktur mit staatlichem Einfluss

Nach dem Börsengang halten der französische Staat über GIAT Industries und die KfW jeweils genau 40 Prozent. Beide Seiten unterliegen einer zehnjährigen Sperrfrist: Keiner darf seinen Anteil ohne Zustimmung des anderen unter 30 Prozent senken.

Berlin behält zudem eine goldene Aktie in der deutschen Tochtergesellschaft. Das gibt dem Bund ein Vetorecht bei strategischen Entscheidungen.

Die verbleibenden 20 Prozent verkaufen die bisherigen Aktionäre über Privatplatzierungen an institutionelle Investoren. Eine öffentliche Zeichnung ist nicht vorgesehen. Für seine 40-Prozent-Beteiligung zahlt Deutschland mehr als den Ausgabepreis — die Formel umfasst eine Kontrollprämie sowie die Kursentwicklung nach der Notierung.

Zahlen und Ziele

KNDS wächst schnell. Der Umsatz stieg 2025 um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erreichte 13,5 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 33,1 Milliarden Euro. Das EBIT lag bei 661 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 15,0 Prozent.

Für 2026 peilt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent an. Die EBIT-Marge dürfte dabei auf etwa 12 Prozent sinken — bedingt durch den Hochlauf großer Inlandsprogramme und den Wegfall besonders margenstarker Verträge. Mittelfristig strebt KNDS einen Jahresumsatz von 11 bis 12 Milliarden Euro an.

Dividenden plant das Unternehmen ab 2027, basierend auf dem Ergebnis 2026 — mit einer Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent des Nettogewinns.

Schwieriges Marktumfeld

Der Börsengang trifft auf ein angespanntes Umfeld für europäische Rüstungsaktien. Investoren zweifeln daran, ob die angekündigten Erhöhungen der Verteidigungsbudgets tatsächlich umgesetzt werden. Das belastet die Bewertungen im Sektor.

Rheinmetall hat in diesem Jahr rund ein Viertel seines Börsenwerts verloren. Der Düsseldorfer Konzern hatte Berichten zufolge selbst Interesse an einer Beteiligung an KNDS — wurde aber durch den staatlichen Einstieg ausgebremst.

Ein möglicher Wildcard-Faktor: Die US Army vergibt demnächst einen Auftrag für Panzerhaubitzen. Bis zu 500 Einheiten stehen zur Disposition, Produktionsbeginn wäre 2028. KNDS tritt gemeinsam mit Leonardo DRS gegen Hanwha, Rheinmetall und Elbit America an.

Die Bewertung von KNDS beim Börsengang könnte laut Financial Times zwischen 12 und 15 Milliarden Euro liegen. Als globale Koordinatoren fungieren Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale. Ob der Haushaltsausschuss am Freitag zustimmt, entscheidet darüber, ob der Juli-Termin hält.

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