KNDS Aktie: KfW mit JPMorgan für 25,1-Prozent-Stake
Berlin sichert sich mit JPMorgan-Beratung eine Sperrminorität am Panzerbauer KNDS vor dem geplanten Börsengang im Sommer 2026.

Kurz zusammengefasst
- KfW beauftragt JPMorgan für KNDS-Beteiligung
- Sperrminorität von 25,1 Prozent angestrebt
- IG Metall fordert höhere Staatsbeteiligung
- Börsengang für Mitte 2026 geplant
Die staatliche KfW hat JPMorgan mandatiert, um eine Beteiligung von mindestens 25,1 Prozent an KNDS zu prüfen. Das ist der bisher konkreteste Schritt Berlins, um beim Hersteller von Leopard-Panzern und Boxer-Radpanzern eine Sperrminorität zu sichern — bevor das Unternehmen an die Börse geht.
Der Anlass ist klar: Die Bode-Wegmann-Familie, die derzeit 50 Prozent an dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen hält, will ihren Anteil im Zuge des Börsengangs reduzieren. Ohne staatliches Gegengewicht würde Paris als einziger Regierungsaktionär übrig bleiben.
IG Metall fordert mehr als eine Sperrminorität
Genau das bereitet der IG Metall Sorgen. Vizechef Jürgen Kerner hält die angestrebten 25,1 Prozent für unzureichend. „Selbst wenn Frankreich bereit wäre, seinen Anteil auf unter 40 Prozent zu reduzieren, würde eine Sperrminorität von 25 Prozent nicht ausreichen. Andernfalls riskiert Deutschland, im Zuge des Börsengangs die Kontrolle über ein Schlüsselunternehmen zu verlieren“, sagte Kerner. Die Gewerkschaft drängt Berlin, eine Beteiligung auf Augenhöhe mit dem französischen Staat anzustreben — zum Schutz von Technologie und Arbeitsplätzen.
Milliardendividende vor dem Börsengang
Parallel laufen Verhandlungen zwischen den aktuellen Eigentümern über eine Sonderdividende von einer bis zwei Milliarden Euro, die noch vor der Notierung ausgeschüttet werden soll.
Den Börsengang selbst plant KNDS für Mitte 2026 — an zwei Handelsplätzen gleichzeitig. Banken bewerten das Unternehmen mit 20 bis 25 Milliarden Euro. Der Streubesitz soll rund 20 bis 25 Prozent der Aktien ausmachen. Neben der Abgabe bestehender Anteile will KNDS frisches Kapital für den Ausbau der Produktionskapazitäten einsammeln.
CEO Jean-Paul Alary hat klargestellt, dass der Zeitplan nicht vom Fortschritt beim Main Ground Combat System abhängt — dem gemeinsamen europäischen Kampfpanzerprojekt. KNDS setzt auf organisches Wachstum im Landkampfsystemgeschäft und will sich bis zum Sommer 2026 den Kapitalmärkten präsentieren. Branchenevents im Juni oder Juli gelten als wahrscheinliche Startfenster.
Prüfer halten Jahresabschluss zurück
Die Vorbereitungen haben einen Dämpfer erhalten. Der Spiegel berichtete, dass Wirtschaftsprüfer PwC die Genehmigung des Jahresabschlusses 2025 vorerst verweigert — wegen einer laufenden Untersuchung zu einem Rüstungsgeschäft mit Katar aus dem Jahr 2013. KNDS erwartet den Abschluss der Prüfung im Laufe des Mai 2026. Nach aktuellem Stand der weit fortgeschrittenen Ermittlungen gibt es keine Hinweise auf strafbares Verhalten von Mitarbeitern.
Das operative Fundament ist solide: 2024 steigerte KNDS den Umsatz um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs auf rund 23,5 Milliarden Euro. Neue Bestellungen in Höhe von 11,2 Milliarden Euro unterstreichen die Nachfragedynamik in einem Sektor, der von steigenden Verteidigungsbudgets profitiert.
Ob der Börsengang wie geplant im Sommer startet, hängt nun von zwei Variablen ab: dem Ausgang der Prüferdiskussion und einer Einigung zwischen Berlin und Paris über die künftige Eigentümerstruktur.
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