KNDS Aktie: Leclerc-Nachfolger enthüllt!

Frankreich setzt auf einen Übergangspanzer von KNDS, um die Lücke bis zum MGCS zu schließen. Die Ankündigung kommt kurz vor dem geplanten Börsengang des Rüstungskonzerns.

Felix Baarz ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Staatsauftrag für Übergangspanzer vor Börsengang
  • Doppelnotierung in Frankfurt und Paris geplant
  • Umsatz und Auftragsbestand wachsen stark
  • Übernahme von Texelis stärkt Lieferkette

Frankreich hat ein Rüstungsproblem — und KNDS ist die naheliegendste Lösung. Das MGCS-Programm, das gemeinsam mit Deutschland einen Kampfpanzer der nächsten Generation entwickeln sollte, liegt rund zehn Jahre hinter dem Zeitplan. Der Leclerc erreicht 2038 das Ende seiner Nutzungsdauer. Eine Lücke klafft. Und Paris benennt bereits den wahrscheinlichen Lückenfüller.

Frankreich braucht einen Brückenpanzer — KNDS soll liefern

Verteidigungsministerin Catherine Vautrin machte es bei einer Anhörung zum aktualisierten Militärplanungsgesetz unmissverständlich klar: Frankreich braucht einen Übergangspanzer. Und der werde „wahrscheinlich eine KNDS-Deutschland- oder KNDS-Frankreich-Plattform“ sein — welche genau, stehe noch nicht fest. Fest steht hingegen: Der Turm soll französisch bleiben, entwickelt von KNDS France.

Der Grund für den MGCS-Stillstand liegt laut Vautrin in Berlin. Deutschland habe ein eigenes Programm für den Leopard 3 gestartet und damit das gemeinsame Projekt faktisch ausgebremst. General Pierre Schill, Chef des französischen Heeres, sprach beim parlamentarischen Hearing Anfang April bereits in der Vergangenheitsform über das MGCS — ein deutliches Signal.

Das Konzept des Übergangspanzers ist nicht neu. Das EMBT-ADT 140 kombinierte bereits einen französischen Turm mit einem modifizierten Leopard-2-Chassis. Eine ähnliche Lösung zeichnet sich jetzt für das Interimssystem ab. Vautrin betonte, es solle „der erste Baustein des MGCS sein, nicht der letzte Panzer der alten Generation.“

Solides Fundament für den Börsengang

Das Timing dieser Ankündigung ist für KNDS kaum zufällig. Der niederländische Rüstungskonzern bereitet für diesen Sommer eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris vor. Angestrebt wird eine Bewertung zwischen 20 und 25 Milliarden Euro; rund ein Viertel der Anteile soll an die Börse gebracht werden — mit einem möglichen Emissionserlös von bis zu 5 Milliarden Euro.

Die Zahlen, die KNDS in den Roadshow-Gesprächen präsentieren kann, sind stark. Der Umsatz stieg 2024 um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs um 15 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro. Ein potenzieller Staatsauftrag für einen Übergangspanzer würde diesen Bestand weiter aufpolstern — und institutionellen Investoren genau das liefern, was sie vor einem Börsengang sehen wollen: politisch gesicherte Nachfrage.

Die KfW, die staatliche deutsche Förderbank, prüft gemeinsam mit JPMorgan Chase einen Einstieg. Berlin will offenbar eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent erwerben — spiegelbildlich zur bestehenden Beteiligung des französischen Staates.

Akquisition stärkt die Lieferkette

Parallel schloss KNDS France die Übernahme von Texelis Defense ab, das künftig als KNDS Mobility firmiert. Das Unternehmen ist auf Antriebssysteme für militärische Fahrzeuge spezialisiert — von 4×4 bis hin zu Kettenfahrzeugen. KNDS verspricht sich davon weniger Lieferkettenabhängigkeiten und Fortschritte bei Themen wie elektrischen Kettenantrieben und Fahrzeugautonomie.

Das Bankenkonsortium für den Börsengang ist hochkarätig besetzt: Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale koordinieren den Prozess. Konkrete Signale zur Preisspanne oder zu Ankerinvestoren — vor allem von der KfW — dürften die entscheidenden Impulse für den weiteren Fahrplan liefern.

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