KNDS Aktie: Listing in Frankfurt und Paris gestoppt
Der Rüstungskonzern KNDS setzt sein Börsenvorhaben aus. Uneinigkeit über den Preis und ein schwaches Marktumfeld sind die Gründe.

Kurz zusammengefasst
- Börsengang von KNDS gestoppt
- Eigentümer und Investoren uneinig über Preis
- Schwaches Marktumfeld belastet Rüstungssektor
- Geplanter Staatseinstieg blockiert
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS stoppt seinen Weg an die Börse. Das Unternehmen verwies am Donnerstag auf Schwankungen im europäischen Rüstungssektor. Eigentümer und Investoren konnten sich beim Preis nicht einigen. Die Folge: ein vorerst gestoppter Staatseinstieg.
Streit um die Bewertung
Die Vorbereitungen für das Listing in Frankfurt und Paris waren fast abgeschlossen. Giat Industries und Wegmann & Co forderten als Eigentümer mindestens 12,5 Milliarden Euro. Große institutionelle Investoren lehnten das ab. Sie zogen die harte Grenze bei zwölf Milliarden Euro.
Parallel dazu belastet ein schwaches Marktumfeld. Etablierte Rüstungswerte korrigieren derzeit spürbar. Rheinmetall verlor im vergangenen Monat rund 13 Prozent an Wert. Die Aktien der Czechoslovak Group (CSG) fielen zeitgleich um 17 Prozent. Seit dem eigenen Börsengang im Januar brach CSG sogar um 44 Prozent ein.
Staatseinstieg blockiert
Die Absage trifft die deutsche Bundesregierung direkt. Der Staat wollte über die Förderbank KfW einen Anteil von 40 Prozent übernehmen. Dieses Paket aus dem Besitz der Familie Wegmann sollte bis zu 7,2 Milliarden Euro kosten.
Der Kauf hing jedoch fest an der Preisfindung des Börsengangs. Ohne Listing ruht nun auch der geplante Staatseinstieg. Mitglieder im Haushaltsausschuss werten die Verzögerung als herben Rückschlag. Die verteidigungspolitische Strategie des Bundes gerät ins Stocken.
Kapazitäten wachsen weiter
Operativ läuft das Geschäft des Leopard-2-Herstellers auf Hochtouren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz auf 4,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erreichte 661 Millionen Euro. Ein massiver Auftragsbestand von über 33 Milliarden Euro sichert die Zukunft ab.
Die Bundeswehr plant bereits die nächsten Großaufträge. Das Beschaffungsprogramm umfasst bis zu 1.000 Leopard-2-Panzer. Dazu will der Bund 2.500 GTK-Boxer-Fahrzeuge bestellen. Das Gesamtvolumen dieser Pläne liegt bei rund 25 Milliarden Euro.
KNDS muss seine Produktion kräftig ausbauen. Das Stammwerk in München baut derzeit knapp 50 Panzer pro Jahr. Die Lieferzeiten betragen aktuell rund zwei Jahre. Das reicht für die neuen Ziele der NATO nicht aus. Das Unternehmen kaufte deshalb das ehemalige Alstom-Werk in Görlitz. Dort startet die Produktion noch im Jahr 2026. Dieser Ausbau läuft trotz der Börsen-Verzögerung ungebremst weiter.
Ein neuer Versuch für den Börsengang könnte schnell folgen. Analysten sehen bereits im September ein mögliches Zeitfenster. Der Konzern strebt einen Streubesitz von 20 Prozent an. Deutschland und Frankreich sollen danach jeweils 40 Prozent der Anteile halten.
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