KNDS Aktie: LORAS schießt bis zu 100 Kilometer weit
KNDS stellt auf der Eurosatory 2026 den Übergangspanzer CAPINT und das Langstreckengeschütz LORAS vor, die Lücken bis zum MGCS schließen sollen.

Kurz zusammengefasst
- CAPINT kombiniert Leopard-Rumpf mit französischem Turm
- LORAS erreicht Reichweiten von bis zu 100 Kilometern
- Ukraine-Krieg prägt Design beider Systeme
- KNDS peilt Börsengang in Frankfurt und Paris an
Auf der Eurosatory 2026 in Paris hat KNDS zwei neue Waffensysteme präsentiert. Der Rüstungskonzern zeigte einen Übergangskampfpanzer und ein Langstreckenartilleriesystem — beide als Ausdruck des Anspruchs, die deutsch-französische Industriebasis in marktreife Produkte zu überführen.
CAPINT: Leopard-Rumpf mit französischem Turm
KNDS schlägt mit CAPINT — kurz für „Intermediate Capability“ — eine Brückenlösung vor. Der Panzer kombiniert den Rumpf des deutschen Leopard 2A8 mit einem unbemannten Turm und einer 120-mm-Glattrohrkanone aus französischer Entwicklung. Eine Aufrüstung auf 140 mm ist vorgesehen.
Der Hintergrund ist konkret: Frankreichs Leclerc-Panzer nähert sich dem Ende seiner Lebensdauer. Das gemeinsame deutsch-französische Nachfolgeprojekt MGCS wird frühestens Mitte der 2040er-Jahre einsatzbereit sein. CAPINT soll diese Lücke schließen — erste Einheiten plant KNDS für die 2030er-Jahre.
Das Fahrzeug leistet 1.500 PS und erreicht damit die Mobilitätswerte der aktuellen Leopard-Generation. Schießübungen während der Fahrt testete KNDS bereits im Januar in Portugal. CEO Jean-Paul Alary bezeichnete CAPINT als „nationales französisches Projekt zur Stärkung der Armee“ und zugleich als Wegbereiter für das MGCS. Ob das MGCS-Programm fortgeführt werde, sei eine politische Entscheidung — ein Abbruch wäre jedoch „sehr schlechte Nachrichten für Europa“.
LORAS: Artillerie mit 100 Kilometern Reichweite
Das zweite System heißt LORAS, kurz für Long Range Artillery System. Es basiert auf dem deutschen Boxer-Kettenfahrzeug und wiegt 45 Tonnen. Die Straßengeschwindigkeit liegt bei 70 km/h.
Die Reichweite ist das entscheidende Merkmal. LORAS schießt über 60 Kilometer weit — und potenziell bis zu 100 Kilometer. Damit können NATO-Kräfte Ziele tief im Hinterland bekämpfen. Das System nutzt dasselbe Kampfmodul wie das RCH 155 und kommt mit einer Besatzung von nur zwei Personen aus.
LORAS ist mit mehreren Munitionstypen kompatibel. Darunter eine neue 58-Kaliber-Hochexplosivgranate, die KNDS France derzeit entwickelt, sowie bestehende 52-Kaliber-Geschosse im JBMOU-Standard — kompatibel mit dem CAESAR und den meisten NATO-Partnern. Tests sollen noch Ende dieses Jahres beginnen.
Ukraine als Lehrmeister
Beide Systeme tragen die Handschrift des Ukraine-Krieges. KNDS hat Drohnenabwehr, vernetzte Operationsführung und die Zusammenarbeit mit unbemannten Systemen gezielt in die Designphilosophie integriert.
Alary fasste es so zusammen: „Wir bringen französische und deutsche Fähigkeiten in vollständig integrierten Lösungen zusammen — entwickelt, gebaut und unterstützt von einem Unternehmen.“
KNDS beschäftigt knapp 11.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 33,1 Milliarden Euro. Die geplante Doppelnotierung an den Börsen Frankfurt und Paris befindet sich noch in Vorbereitung — die Eurosatory-Präsenz dürfte das Timing kaum zufällig sein.
KNDS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue KNDS-Analyse vom 16. Juni liefert die Antwort:
Die neusten KNDS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für KNDS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
KNDS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...