KNDS Aktie: Ludwigsfelde-Werk mit einer Milliarde geplant
Der Rüstungskonzern KNDS treibt seinen Börsengang voran, trotz fehlendem Prüfvermerk für 2025. Parallel plant die Übernahme von Autowerken zur Steigerung der Produktionskapazitäten.
Kurz zusammengefasst
- IPO durch fehlendes PwC-Testat blockiert
- Übernahme von Mercedes-Werk in Ludwigsfelde geplant
- Renk-Anteile für 269 Millionen Euro verkauft
- Bundesregierung strebt 40-Prozent-Beteiligung an
Der Rüstungskonzern KNDS will noch diesen Sommer an die Börse — doch ein Wirtschaftsprüfer steht im Weg. Ohne Testat von PwC gibt es keinen Wertpapierprospekt. Und ohne Prospekt kein IPO.
Das Frankfurter und Pariser Dual-Listing soll rund fünf Milliarden Euro einbringen. PwC verweigert die Unterschrift unter den Jahresabschluss 2025, weil eine interne Untersuchung zu einem Vertrag aus dem Jahr 2013 noch läuft. Es geht um einen Auftrag in Katar im Wert von rund zwei Milliarden Euro. Die Anwaltskanzlei Freshfields leitet die Prüfung. Bisherige Erkenntnisse deuten auf kein strafbares Verhalten hin — aber das finale Gutachten fehlt noch.
KNDS-Chef Jean-Paul Alary hält am Sommertermin fest. Das Bankenkonsortium aus Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale plant zwei Szenarien: Start im Juni oder Juli, Ausweichtermin im Herbst.
Autowerke werden Panzerfabriken
Parallel dazu verfolgt KNDS eine ungewöhnliche Expansionsstrategie. Der Konzern will stillgelegte Automobilwerke in Rüstungsstandorte umwandeln. Konkret: Das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde südlich von Berlin soll übernommen werden. KNDS plant dort Investitionen von rund einer Milliarde Euro. Übergangsweise sollen Militärfahrzeuge und Transporter nebeneinander vom Band laufen, bis Mercedes die Produktion bis 2030 nach Polen verlagert. Rund 2.000 Beschäftigte sollen zum Rüstungskonzern wechseln.
Das Volkswagen-Werk in Osnabrück prüft KNDS ebenfalls. Der Druck dahinter ist real: Der Auftragsbestand beläuft sich auf 23,5 Milliarden Euro — bei einem Jahresumsatz von nur 3,8 Milliarden Euro. Die bestehenden Kapazitäten reichen schlicht nicht aus. Hinzu kommt eine mögliche Bundeswehr-Bestellung von bis zu 3.000 Boxer-Radpanzern.
Renk-Verkauf bringt frisches Geld
Für die Finanzierung dieser Pläne vor dem Börsengang hat KNDS einen Teil seiner Beteiligung am Getriebespezialisten Renk verkauft. 5,8 Millionen Aktien gingen zu je 44,95 Euro an institutionelle Investoren — Erlös: rund 269 Millionen Euro. Deutsche Bank und Goldman Sachs wickelten das beschleunigte Bookbuilding ab, Lazard beriet den Verkäufer. Nach Abwicklung am 22. Mai hält KNDS noch etwa zehn Prozent an Renk, zuvor waren es 15,83 Prozent. Die verbleibende Beteiligung unterliegt einer 180-Tage-Sperrfrist.
Berlin sichert sich 40 Prozent
Auf der Eigentümerseite hat die Bundesregierung ihre Pläne bestätigt. Sie will über die staatliche KfW einen 40-Prozent-Anteil an KNDS für mehrere Milliarden Euro erwerben. Berater JPMorgan begleitet die Transaktion. Unmittelbar nach dem Börsengang wäre KNDS damit zu 80 Prozent in staatlicher Hand — je 40 Prozent bei Berlin und Paris.
Beide Regierungen planen, ihre Anteile innerhalb von drei Jahren auf je 30 Prozent zu reduzieren. Die Governance-Vereinbarung sichert beiden Seiten unabhängig vom genauen Anteilsverhältnis gleiche Stimmrechte zu. Das tschechische Rüstungsunternehmen CSG hatte zuletzt Interesse an einem Einstieg bei den deutschen Familienaktionären signalisiert — diese priorisieren jedoch den Börsengang und den Staatseinstieg.
Bewertung unter Druck
Die Berater haben ihre Schätzung für den Börsenwert inzwischen auf 18 bis 20 Milliarden Euro gesenkt. Frühere Prognosen lagen bei bis zu 25 Milliarden Euro. Der europäische Luft- und Rüstungsindex liegt seit Jahresbeginn im Minus, Rheinmetall hat seit Ende Januar besonders stark korrigiert.
Rund ein Viertel der Aktien soll an die Börse gebracht werden — eine Kombination aus Kapitalerhöhung und Altaktienverkauf. Die eigenen Planungsdokumente des Konzerns bezeichnen den Zeitplan als „extrem ambitioniert“. Ende Mai soll sowohl das PwC-Testat als auch die finale Entscheidung Berlins vorliegen. Verzögert sich eines von beiden, rückt das Juni-Fenster in weite Ferne — und die Fabrikdeals müssten ohne frisches Börsenkapital gestemmt werden.
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