KNDS Aktie: Mercedes-Werk Ludwigsfelde im Gespräch
Rüstungskonzern KNDS plant Börsengang in Frankfurt und Paris und verhandelt mit Mercedes und VW über Werksnutzung.

Kurz zusammengefasst
- Doppel-IPO in Frankfurt und Paris
- Gespräche mit Mercedes und VW
- Rekord-Auftragsbestand von 33 Milliarden Euro
- RENK-Anteil auf zehn Prozent reduziert
Der europäische Rüstungskonzern KNDS bereitet sich auf einen Doppel-Börsengang in Frankfurt und Paris vor — und sucht parallel nach Wegen, seine Fertigungskapazitäten massiv auszubauen. Im Gespräch sind Kooperationen mit der Autoindustrie, die in Europa zunehmend mit Überkapazitäten kämpft.
CEO Jean-Paul Alary bestätigte am Dienstag laufende Verhandlungen über die Nutzung von Produktionsstätten aus anderen Industriezweigen. Konkret geht es um das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde und möglicherweise das Volkswagen-Werk in Osnabrück, das für die Fertigung militärischer Fahrzeuge genutzt werden könnte.
Governance-Struktur gegen politische Einflussnahme
Parallel zur Kapazitätserweiterung arbeitet KNDS an einer Unternehmensführung, die politische Eingriffe abwehren soll. Alary betonte am Mittwoch die Bedeutung einer „marktfähigen Governance“ als Grundlage für künftigen Shareholder Value. Die Herausforderung: Der deutsch-französische Hersteller von Leopard-2-Panzern und Caesar-Haubitzen wird nach dem Börsengang zu großen Teilen in Staatshand bleiben.
Aktuell gehört KNDS je zur Hälfte der französischen Regierung und deutschen Familien. Deutschland plant, einen Anteil von 40 Prozent zu erwerben — gleich hoch wie die geplante französische Beteiligung.
Rekord-Auftragsbuch stützt Expansion
Die Zahlen für 2025 liefern die Grundlage für die Offensive. Der Umsatz stieg um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 32 Prozent auf 661 Millionen Euro zu. Neue Aufträge summierten sich auf 13,5 Milliarden Euro.
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Der Auftragsbestand erreichte Ende 2025 einen Rekordwert von 33,1 Milliarden Euro — ein Anstieg von 9,6 Milliarden Euro binnen Jahresfrist. Europäische Regierungen modernisieren ihre Panzerflotten und füllen Munitionsbestände auf. Jüngster Großauftrag: 72 selbstfahrende Haubitzen vom Typ RCH 155 für das britische Verteidigungsministerium, Volumen eine Milliarde Pfund, Auslieferung ab 2028.
Portfoliobereinigung bei RENK
KNDS reduzierte seine Stimmrechte an der RENK Group AG von 15,83 auf 10,03 Prozent. Die Meldung nach deutschem Wertpapierrecht erfolgte am 19. Mai 2026.
Der Börsengang bleibt für 2026 geplant. Mit dem Kapitalmarktzugang will KNDS Investitionen in Produktionskapazität und Technologie finanzieren.
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