KNDS Aktie: Panzerbauer tritt auf die Bremse

KNDS verschiebt seinen geplanten Börsengang in Frankfurt und Paris aufgrund von Marktvolatilität und Bewertungsfragen.

Redaktion Stock-World ·
Nahaufnahme einer Panzerkette, die auf die Bremse tritt, mit verschwommenem Hintergrund, der eine Militär- oder Industrieumgebung andeutet. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • IPO in Frankfurt und Paris verschoben
  • Hohe Bewertung von zwölf Milliarden Euro
  • Eigentümerstruktur bereits festgelegt
  • Vorbereitungen für Börsengang abgeschlossen

Ein Börsengang, der einer der größten im europäischen Verteidigungssektor der vergangenen Jahre hätte werden können — und dann diese Kehrtwende am Mittwochabend. KNDS verschiebt den geplanten Börsengang in Frankfurt und Paris. Als Grund nennt der deutsch-französische Rüstungskonzern die aktuelle Marktvolatilität.

Bemerkenswert: Der Hersteller von Leopard 2 und Panzerhaubitze 2000 betont, alle Vorbereitungsphasen abgeschlossen zu haben. Auch die Gespräche mit potenziellen Investoren seien weit fortgeschritten gewesen. Diese hätten die differenzierte Marktposition und die langfristige Strategie von KNDS bestätigt, so das Unternehmen.

Bewertung als Knackpunkt

Hinter der offiziellen Begründung steckt offenbar mehr als volatile Märkte. Berichten zufolge hatten die Eigentümer Schwierigkeiten, Investoren von der angepeilten Bewertung von über zwölf Milliarden Euro zu überzeugen. Genau diese Zahl dürfte am Ende den Ausschlag gegeben haben, den Prozess vorerst auf Eis zu legen statt ihn mit Abschlägen durchzuziehen.

Die Eigentümerstruktur stand bereits fest: Deutschland und Frankreich sollten jeweils 40 Prozent halten, die restlichen 20 Prozent wären über die Börse an institutionelle Investoren gegangen. Diese Aufteilung war das Ergebnis einer Einigung zwischen beiden Regierungen zur künftigen Kontrolle des Konzerns.

KNDS entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen und setzte 2025 rund 4,4 Milliarden Euro um. Der Hauptsitz liegt in Amsterdam, die deutsche Zentrale in München.

Das Unternehmen selbst lässt die Tür offen: Man werde die Kapitalmarktbedingungen weiter genau beobachten und den Prozess wieder aufnehmen, sobald es die Umstände zulassen. Einen neuen Zeitplan nannte KNDS bislang nicht.

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