KNDS Aktie: Renk-Verkauf bringt 269 Millionen

KNDS veröffentlicht Rekordzahlen für 2025, der Börsengang in Frankfurt und Paris hängt jedoch noch am Testat der Wirtschaftsprüfer.

Felix Baarz ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz steigt auf 4,4 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand fast verdoppelt auf 33,1 Mrd.
  • IPO-Start hängt von PwC-Prüfung ab
  • Staatliche Ankeraktionäre begrenzen Streubesitz

Starke Zahlen, ein fast verdoppelter Auftragsbestand — und ein Börsengang, der an einem einzigen Dokument hängt. KNDS, der deutsch-französische Rüstungskonzern hinter Leopard-Panzern und Caesar-Haubitzen, hat seine Jahreszahlen für 2025 veröffentlicht. Damit ist eine entscheidende Hürde auf dem Weg zur geplanten Doppelnotiz in Frankfurt und Paris gefallen.

Umsatz und Auftragsbestand auf Rekordkurs

Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro — ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis kletterte auf 661 Millionen Euro, nach 500 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Noch beeindruckender ist die Entwicklung des Auftragsbestands. Er stieg von 23,5 Milliarden auf 33,1 Milliarden Euro. In zwei Jahren hat sich die Auftragspipeline damit nahezu verdoppelt. Treiber ist die beschleunigte Aufrüstung der NATO-Staaten nach den jüngsten geopolitischen Verwerfungen.

Der Audit-Knoten muss sich lösen

Die Veröffentlichung der Zahlen ist mehr als ein Routineschritt. Wirtschaftsprüfer PwC konnte die Jahresabschlüsse bislang nicht testieren. Grund war eine interne Untersuchung der Kanzlei Freshfields zu einem Rüstungsgeschäft aus dem Jahr 2013: Damals lieferte KNDS Panzerhaubitze 2000 und Leopard-2-Panzer an Katar — ein Vertrag im Wert von 1,89 Milliarden Euro. Die Untersuchung hat bisher keine Hinweise auf Fehlverhalten ergeben.

Ohne testierten Abschluss gibt es keinen Börsenprospekt. Ohne Prospekt keinen Börsengang. Liegt die Prüferunterschrift bis Ende Mai vor, bleibt das Sommerfenster für eine Notiz im Juni oder Juli offen. Verzögert sich die Freigabe, rückt September als Ausweichtermin in den Blick.

KNDS selbst gibt sich zuversichtlich. Die Vorbereitungen für die Doppelnotiz verliefen „vollständig im Einklang mit dem ursprünglichen Zeitplan“, heißt es in der Ergebnismitteilung.

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Staatliche Anker engen den Streubesitz ein

Die Eigentümerstruktur rund um den Börsengang ist auf staatlicher Seite weitgehend geklärt — und sie ist ungewöhnlich eng. Die Bundesregierung will über die staatliche KfW einen Anteil von 40 Prozent an KNDS erwerben. Das spiegelt die bestehende Beteiligung Frankreichs wider.

Das Ergebnis: Beim Börsengang stehen nur rund 20 Prozent der Aktien für den freien Handel zur Verfügung. Beide Regierungen planen, ihre Anteile innerhalb von zwei bis drei Jahren auf je 30 Prozent zu reduzieren. Erst dann würde der Streubesitz auf etwa 40 Prozent steigen — ein Niveau, das für institutionelle Investoren und Indexaufnahmen deutlich attraktiver wäre.

Kurz gesagt: ein strukturelles Risiko für alle, die auf hohe Handelsliquidität angewiesen sind.

Bilanzbereinigung vor dem Prospekt

Parallel dazu hat KNDS seine Beteiligung am Getriebespezialisten Renk reduziert. Am 19. Mai platzierte der Konzern 5,8 Millionen Renk-Aktien zu je 44,95 Euro über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren und erlöste damit rund 269 Millionen Euro. Der Renk-Anteil fiel dadurch auf etwa 10 Prozent.

Marktbeobachter werten den Schritt als gezielte Bilanzbereinigung vor der Notiz. Hinzu kommt: Für bestehende Aktionäre steht eine Sonderdividende von bis zu 2 Milliarden Euro im Raum.

Der Konzern ist auf dem Papier gut aufgestellt — mit einem geschätzten Gesamtwert von 18 bis 20 Milliarden Euro. Ob der Zeitplan hält, entscheidet PwC.

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