KNDS: SPD fordert 40%-Stake vor IPO
Der Rüstungskonzern KNDS plant einen Milliarden-IPO, doch in der deutschen Regierungskoalition herrscht Uneinigkeit über die Höhe des künftigen Staatsanteils. Das könnte den Börsengang verzögern.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Koalition streitet über Staatsbeteiligung
- IPO könnte bis zu fünf Milliarden Euro einspielen
- Auftragsbestand bei rund 23,5 Milliarden Euro
- Expansion in Asien auf Militärmesse präsentiert
KNDS präsentiert sich in Malaysia als globaler Rüstungsgigant. Der europäische Konzern zeigt dort seine neuesten Präzisionswaffen für den asiatischen Markt. In Berlin streitet die Politik derweil über den geplanten Börsengang. Das trübt die Stimmung vor dem Milliarden-IPO.
Streit um Staatsanteile
Der Börsengang von KNDS könnte bis zu fünf Milliarden Euro einbringen. Es wäre das größte europäische Marktdebüt seit Jahren. Bislang gehört der Rüstungskonzern zu gleichen Teilen dem französischen Staat und einer deutschen Eigentümerfamilie. Letztere will ihre Anteile vollständig verkaufen.
Hier hakt es in Berlin. Die Regierungskoalition streitet über die Größe des künftigen deutschen Staatsanteils. Die SPD fordert rund 40 Prozent. Damit stünde Berlin auf Augenhöhe mit Paris.
Die uniongeführte Wirtschaftsseite unter Kanzler Friedrich Merz bremst. Sie peilt lediglich 30 Prozent an. Das spart zwar Steuergelder. Es schwächt aber die strategische Position Deutschlands gegenüber Frankreich. Erste Gespräche mit Investoren laufen bereits.
Volle Auftragsbücher
KNDS braucht frisches Kapital. Der Konzern will die Erlöse aus dem Börsengang nutzen. Das Ziel: eine Verdopplung der Produktionskapazitäten. Die europäische Nachfrage nach Rüstungsgütern wächst rasant.
Die finanzielle Basis für diesen Schritt stimmt. Der Konzern beschäftigt europaweit über 11.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr sammelte KNDS neue Aufträge im Wert von 11,2 Milliarden Euro ein. Der Auftragsbestand kletterte damit auf rund 23,5 Milliarden Euro.
Expansion in Asien
Parallel zur IPO-Vorbereitung baut das Unternehmen seine globale Präsenz aus. Auf der Militärmesse DSA in Kuala Lumpur wirbt KNDS diese Woche um asiatische Kunden. Im Zentrum steht die neue Drohnen-Munition MATARIS. Diese intelligenten Systeme lassen sich aus der Ferne präzise ins Ziel steuern.
Hinzu kommt ein breites Artillerie-Portfolio. KNDS zeigt unter anderem die panzerbrechende Munition BONUS. Auch das zielsuchende Geschoss KATANA gehört zum Messeauftritt. Das neue Funksystem PHORIO vernetzt diese Waffen auf dem Schlachtfeld. Das Angebot reicht von Land- und Seewaffen bis zur Drohnenabwehr.
In Malaysia baut der Konzern auf ein starkes Fundament. Seit 2018 montiert der lokale Partner ADS leichte KNDS-Haubitzen direkt vor Ort. Diese Kooperation dient nun als Blaupause für weitere asiatische Märkte.
Ein Börsengang ist laut Insidern für Juni oder Juli geplant. Eine schnelle Einigung innerhalb der deutschen Regierung ist nun die wichtigste Voraussetzung. Ohne ein klares Bekenntnis aus Berlin droht eine Verzögerung des Milliardenprojekts.
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