Kongsberg: 27 Prozent Umsatzsprung im Q1 2026
Kongsberg Gruppen verzeichnet 27 Prozent Umsatzplus, kämpft aber mit einem Exportstreit um Raketen nach Malaysia. Analysten blicken gespannt auf die Lösung des Konflikts.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt um 27 Prozent
- Nettogewinn bleibt unter Erwartungen
- Malaysia kritisiert Lizenzentzug für Raketen
- Ausbau des Wasserstoffgeschäfts angekündigt
Kongsberg Gruppen meldet für das erste Quartal 2026 kräftiges Wachstum, gleichzeitig verschärft sich der politische Druck auf den Konzern. Im Geschäft mit Verteidigungstechnik trifft solide operative Entwicklung auf einen Streit über Exportlizenzen nach Malaysia. Das ist für Anleger eine ungewöhnliche Mischung.
Starkes Quartal, schwächerer Gewinn
Der norwegische Konzern steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 8,940 Milliarden Norwegische Kronen. Das entspricht einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,684 Milliarden Kronen.
Die Richtung stimmt also beim Umsatz, beim Ergebnis aber weniger. Das zeigt, dass Wachstum allein nicht automatisch in einen proportional höheren Gewinn mündet. Der bereinigte Blick fällt damit nüchterner aus als die obere Zeile der Bilanz.
Auch die Aktie lebt derzeit von Erwartungen. Analysten sehen bis 2029 Erlöse von 71,0 Milliarden Kronen und einen Gewinn von 10,5 Milliarden Kronen. Als fairer Wert wird zudem 372,29 Kronen genannt. Parallel dazu wurde für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 5,70 Kronen je Aktie beschlossen, inklusive einer Sonderausschüttung.
Malaysia reagiert auf Lizenzstopp
Deutlich heikler ist die außenpolitische Baustelle. Malaysia kritisiert die norwegische Entscheidung, Exportlizenzen für Naval Strike Missiles zu widerrufen. Die Lenkflugkörper stammen von der Tochter Kongsberg Defence & Aerospace.
Die Raketen waren für malaysische Littoral Combat Ships vorgesehen. Die Bestellung geht auf einen Vertrag aus dem Jahr 2018 zurück. Kuala Lumpur spricht von einem einseitigen und inakzeptablen Schritt und prüft juristische sowie diplomatische Optionen.
Für Kongsberg ist das mehr als ein einzelner Exportfall. Das Geschäft mit Verteidigungstechnik hängt nicht nur an Aufträgen, sondern auch an Genehmigungen, politischen Beziehungen und der Stabilität internationaler Verträge. Genau hier zeigt sich die Verwundbarkeit des Geschäftsmodells.
Neue Rolle im Energiesektor
Abseits des Streitfalls baut Kongsberg Maritime seine Präsenz im Energiemarkt aus. Am 13. Mai wurde die Beteiligung am HydePoint-Ökosystem bekannt. Partner sind unter anderem Moreld, Vergia und Swiss Life Asset Managers.
Das Projekt zielt auf schwimmende und maritime Infrastruktur für die Produktion von grünem Wasserstoff. Für Kongsberg ist das ein zusätzlicher industrieller Anker neben dem Kerngeschäft. Der Konzern bleibt damit breit aufgestellt, muss aber zwei sehr unterschiedliche Themen gleichzeitig managen: Wachstum im laufenden Geschäft und politischen Gegenwind im Verteidigungsbereich.
Am Markt dürfte vor allem relevant bleiben, wie schnell sich der Exportkonflikt entschärfen lässt. Solange die Auseinandersetzung mit Malaysia offen bleibt, wird sie die Wahrnehmung des Konzerns über die guten Quartalszahlen hinaus prägen.
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