Kontron Aktie: Ennoconn über 30 Prozent, Morgan Stanley und BlackRock positionieren sich

Kontron-Vorstand und Aufsichtsrat weisen das Pflichtangebot von Ennoconn zurück. Ein Gutachten von Ernst & Young stützt die Ablehnung des 23,50-Euro-Angebots.

Redaktion Stock-World ·
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Kurz zusammengefasst

  • Management lehnt Ennoconn-Angebot ab
  • EY-Gutachten bestätigt Unangemessenheit
  • Ennoconn hält über 30 Prozent
  • Großauftrag für Bahntechnik-Sparte

Vorstand und Aufsichtsrat des österreichischen Technologiekonzerns haben das Pflichtangebot der taiwanischen Ennoconn Corporation über 23,50 Euro je Aktie offiziell als „unangemessen“ zurückgewiesen. Rückendeckung erhalten die Gremien durch eine Fairness Opinion von Ernst & Young, die die Ablehnung stützt. Damit setzt sich der Widerstand des Managements gegen den Großaktionär fort, der seinen Einfluss auf das Unternehmen in den vergangenen Wochen kontinuierlich ausgebaut hat.

Ennoconn baut Position aus, weitere Investoren positionieren sich

Ennoconn hatte seinen Anteil im Rahmen des laufenden Pflichtangebots Anfang Juli auf über 30 Prozent der Stimmrechte an Kontron erhöht. Parallel dazu ist auch bei anderen institutionellen Adressen Bewegung zu beobachten. Morgan Stanley meldete Anfang Juli den Aufbau einer Beteiligung von 8,43 Prozent. Kurz darauf zog BlackRock nach: Der Vermögensverwalter überschritt zum Meldestichtag 14. Juli die Schwelle von 4,07 Prozent der Stimmrechte. Die Häufung solcher Stimmrechtsmitteilungen, die Kontron zuletzt auch formal gemäß § 135 Abs. 2 BörseG bekanntgab, unterstreicht das gestiegene Interesse professioneller Investoren an der Aktionärsstruktur des Unternehmens in der laufenden Übernahmesituation.

Vor diesem Hintergrund wirkt auch der eigene Rückkauf mit Signalcharakter. Kontron hatte im Mai die Preisobergrenze für das „Aktienrückkaufprogramm I 2026“ von 24,00 Euro auf 23,50 Euro gesenkt. Das Programm sieht den Erwerb von bis zu 2,9 Millionen Aktien vor, das entspricht rund 4,54 Prozent des Kapitals. Zusätzlich kündigte der Konzern im Juni die Veräußerung eigener Aktien zur Bedienung des Mitarbeiter- und Management-Optionsprogramms 2024/2025 an.

Operatives Geschäft: Wachstum bei Bahntechnik, Einschnitte bei GreenTec

Während sich die Übernahmesituation zuspitzt, läuft das operative Geschäft zweigeteilt. Die Tochtergesellschaft Kontron Transportation sicherte sich Mitte Juli einen Service-Großauftrag eines europäischen Bahnbetreibers mit einem Volumen von knapp 100 Millionen Euro. Der Vertrag läuft bis 2035 und enthält eine Verlängerungsoption bis 2040 – ein deutliches Signal für die langfristige Auftragsbasis im Bahntechnik-Segment.

Auf der anderen Seite steht die Sparte GreenTec, die Solar- und E-Mobility-Geschäft bündelt, unter Restrukturierungsdruck. Im Zuge der Anfang Mai vorgelegten Maßnahmen leitete der Konzern den Abbau von 500 Stellen in diesem Bereich ein, der bis August 2026 abgeschlossen sein soll. Kontron erwartet daraus jährliche Kosteneinsparungen von 30 Millionen Euro.

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026, ebenfalls Anfang Mai veröffentlicht, zeigten ein moderates Wachstum: Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 1,7 Prozent auf 363,7 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich leicht auf 46,1 Millionen Euro gegenüber 45,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Kursbild bleibt verhalten, nächste Termine rücken näher

An der Börse hat sich die Übernahmesituation bislang nicht in einer klaren Richtung niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 22,92 Euro und gab zuletzt um 0,35 Prozent nach. Zum 52-Wochen-Hoch von 28,66 Euro, das Ende Juli des Vorjahres erreicht wurde, beträgt der Abstand gut ein Fünftel – ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer trotz des Übernahmeangebots und der Investoren-Bewegungen keine Aufwärtsdynamik einpreisen.

Anleger blicken nun auf zwei anstehende Termine, die für weitere Impulse sorgen dürften: Am 6. August legt Kontron den Halbjahresbericht 2026 vor, am 17. September folgt ein Capital Markets Day zur strategischen Ausrichtung des Konzerns. Bis dahin dürfte der Streit zwischen dem Management und dem Großaktionär Ennoconn die Nachrichtenlage rund um Kontron bestimmen – zumal die Fronten mit der jüngsten Ablehnung des Angebots und der gleichzeitig wachsenden Beteiligung des taiwanischen Investors härter geworden sind.

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Kontron Aktie

20,26 EUR

– 0,18 EUR -0,88 %
KGV 15,27
KUV 0,80
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 1,27 Mrd. EUR
Ø Kursziel 29,13 EUR
ISIN: AT0000A0E9W5 WKN: A0X9EJ

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