KOSPI: 5 Prozent Absturz unter 7.600 Punkte
Der südkoreanische Leitindex KOSPI stürzt um über fünf Prozent ab und durchbricht die 7.600er-Marke. Selbst Samsungs Rekordgewinne stoppen die Talfahrt nicht.

Kurz zusammengefasst
- KOSPI stürzt um über fünf Prozent ab
- Samsung-Rekordgewinn verhindert Abverkauf nicht
- Ausländische Investoren ziehen Milliarden ab
- KI-Müdigkeit und Geopolitik belasten Kurse
Panik in Seoul. Der südkoreanische Leitindex KOSPI bricht ein und reißt wichtige psychologische Marken. Selbst Rekordgewinne des Schwergewichts Samsung können die Abwärtsspirale nicht stoppen.
Die Lage an der Korea Exchange spitzte sich am Dienstag dramatisch zu. Der KOSPI sackte intraday um über fünf Prozent ab. Erstmals seit Monaten notierte der Index damit unter der Marke von 7.600 Punkten.
Die Börsenaufsicht aktivierte zum 16. Mal in diesem Jahr einen automatischen Handelsstopp für Programmtrades. Massive Verkäufe ausländischer Investoren lösten diesen sogenannten Sidecar aus. Allein die Verkäufe aus Übersee summierten sich auf über zwei Billionen Won.
Gewinnmitnahmen trotz Rekordzahlen
Paradox: Samsung Electronics meldete zuvor einen operativen Rekordgewinn von rund 89 Billionen Won. Das entspricht einer Verachtzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr. Anleger nutzten die starken Zahlen jedoch für massive Gewinnmitnahmen.
Die Samsung-Aktie verlor rund acht Prozent an Wert. Hinzu kamen hohe Rückstellungen für Mitarbeiter-Boni im Halbleiter-Bereich. Diese dämpften die Stimmung trotz des massiven Umsatzwachstums auf 171 Billionen Won.
Der Abwärtsdruck traf den gesamten Tech-Sektor. SK Hynix büßte sieben Prozent ein. Das Unternehmen bereitet aktuell sein Nasdaq-Listing für den 10. Juli vor.
Angstbarometer schlägt aus
Global belastet eine spürbare Müdigkeit im KI-Segment die Kurse. Hedgefonds reduzierten ihre Chip-Positionen in den USA zuletzt vier Wochen in Folge. Parallel dazu drückt ein schwacher Won auf die Renditeerwartungen ausländischer Anleger.
Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage zusätzlich. Berichte über einen Angriff im Golf von Oman trieben das Angstbarometer VKOSPI auf fast 90 Punkte. Der Index verlor binnen sieben Tagen über neun Prozent. Damit notiert der KOSPI nun rund 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Die nächsten Handelstage werden kritisch. Hält die Unterstützung bei 7.500 Punkten nicht, droht technisch weiteres Abwärtspotenzial. Am 9. Juli stehen die Protokolle der US-Notenbank an. Kurz darauf folgt der Börsengang von SK Hynix in den USA. Beide Termine entscheiden über die Richtung der kommenden Wochen.
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