KOSPI: 6,12% Rückgang nach Allzeithoch

Nach Überschreiten der 8.000er-Marke setzte eine scharfe Korrektur ein. Ausländische Anleger zogen massiv Kapital ab, Technologiewerte brachen ein.

Dieter Jaworski ·
KOSPI Aktie

Kurz zusammengefasst

  • KOSPI fällt um über sechs Prozent
  • Gewinnmitnahmen nach Rekordhoch
  • Samsung und SK hynix stark betroffen
  • Ausländische Investoren ziehen Milliarden ab

Der KOSPI hat nach dem Sprung über die 8.000er-Marke heftig zurückgesetzt. Am Freitag fiel der südkoreanische Leitindex um 6,12 Prozent auf 7.493,18 Punkte, nachdem er intraday bei 8.046,78 Zählern ein neues Allzeithoch markiert hatte.

Der Rückschlag kam schnell. Kurz nach dem Überschreiten der psychologisch wichtigen Marke setzte massive Gewinnmitnahme ein, vor allem durch ausländische Investoren. Das Verkaufstempo war so hoch, dass der Handel mit Programmmodellen um 13:28:49 für fünf Minuten unterbrochen wurde.

Ausgerechnet die Schwergewichte wanken

Besonders stark traf es die großen Technologiewerte. Samsung Electronics verlor 8,61 Prozent, SK hynix 7,66 Prozent. Beide Titel prägen den Index wegen ihres hohen Gewichts stark, weshalb ihr Abverkauf den gesamten Markt nach unten zog.

Hinzu kommt bei Samsung ein zusätzlicher Belastungsfaktor: Die Gewerkschaft hat einen geplanten 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai angekündigt. Das erhöht die Unsicherheit für die Produktion in einer Phase, in der der Markt ohnehin auf jede Schwäche im Halbleitersektor reagiert.

Ein überhitzter Markt

Der Anstieg von 7.000 auf 8.000 Punkte in weniger als zwei Wochen hatte den Index technisch weit vor sich hergetrieben. Der gestrige Schlussstand von 7.981,41 Punkten war bereits ein Rekord, am Freitag folgte dann die scharfe Korrektur. Die Tagesverluste spiegeln damit nicht nur Nervosität wider, sondern auch einen Markt, der nach der Rallye sichtbar überdehnt war.

Dazu passt das Bild an den Devisenmärkten. Der Won schwächte sich bis auf 1.500,8 je US-Dollar ab. Für internationale Investoren verschlechtert das zusätzlich das Stimmungsklima.

Auch die Geldströme sprechen eine klare Sprache. Ausländische Anleger zogen netto 5,6 Billionen Won ab. Das ist ein massiver Umschwung und erklärt, warum der Index trotz des starken Jahresverlaufs so abrupt drehen konnte. Auf Sicht von 30 Tagen liegt der KOSPI trotzdem noch 30,64 Prozent im Plus; seit einer Woche beträgt das Plus 6,13 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 69,6 signalisiert zudem, dass der Markt vor dem Rücksetzer bereits nahe an einem überhitzten Bereich lag.

Blick auf die nächsten Handelstage

Kurzfristig rückt nun die Zone um 7.400 Punkte in den Mittelpunkt. Hält dieser Bereich, könnte der Markt erst einmal Luft holen. Bricht er, droht eine deutlich tiefere Konsolidierung nach dem steilen Lauf der vergangenen Wochen.

Für zusätzliche Impulse sorgt in den kommenden Tagen Nvidia mit seinen Zahlen. Der Halbleitersektor wird darauf besonders sensibel reagieren. Parallel dazu bleibt der Arbeitskonflikt bei Samsung ein Thema, das die Erholung des KOSPI jederzeit bremsen kann.

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