KOSPI: Samsung und SK Hynix locken mit 150 Billionen Won

Samsung und SK Hynix kündigen Rekord-Rückgaben an, der KOSPI steigt. Anleger warten gespannt auf Nvidia-Zahlen und Zinsentscheidungen.

Andreas Sommer ·
Moderne Produktionshalle für Halbleiter mit automatisierten Maschinen in einer sterilen Umgebung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Samsung plant historische Dividendenausschüttung
  • SK Hynix kündigt milliardenschweren Aktienrückkauf an
  • KOSPI trotzt Zinsängsten mit Kursgewinnen
  • Markt fokussiert auf Nvidia und Fed-Symposium

Der südkoreanische Leitindex KOSPI hat sich am Freitag mit einem Zuwachs von 0,9 % auf 6.912,95 Punkte behauptet. Damit reagierte der Markt positiv auf historische Ankündigungen zur Aktionärsvergütung durch die beiden dominierenden Halbleiter-Schwergewichte. Diese Programme wirken in einem volatilen Umfeld als wichtiger Stabilitätsanker für den gesamten Finanzplatz Seoul.

Chip-Schwergewichte locken mit Milliarden-Programmen

Samsung Electronics plant für das laufende Jahr Ausschüttungen zwischen 90 und 110 Billionen Won an seine Anteilseigner. Laut Unternehmensangaben handelt es sich dabei um das größte Rückgabeprogramm in der Geschichte eines koreanischen Konzerns.

Bereits im dritten Quartal sollen davon rund 30 Billionen Won als Bardividende fließen. Die massiven Zahlungen werden durch einen Rekord-Betriebsgewinn in der Halbleitersparte gestützt, die massiv vom aktuellen KI-Boom profitiert.

Parallel dazu kündigte der Konkurrent SK Hynix ein eigenes Rückkaufprogramm an. Das Unternehmen plant, 24,07 Millionen eigene Aktien im Wert von rund 40 Billionen Won zu erwerben und anschließend zu vernichten. Diese Maßnahme entspricht etwa 3,3 % des gesamten Aktienbestands.

SK Hynix verfolgt damit das Ziel, künftig mindestens 50 % seines kumulierten freien Cashflows an die Aktionäre zurückzugeben. Da diese beiden Unternehmen zusammen fast die Hälfte der Marktkapitalisierung im KOSPI ausmachen, stützten ihre Kursgewinne den gesamten Index gegen den breiteren Marktdruck.

Zinsangst und Warten auf Nvidia

Trotz der positiven Impulse durch die Schwergewichte bleibt die Stimmung am Markt angespannt. Belastend wirkten zuletzt die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen, die für zehnjährige Laufzeiten auf etwa 4,7 % kletterten. Anleger fürchten eine anhaltend restriktive Geldpolitik der US-Notenbank, was den Spielraum für risikoreiche Aktieninvestitionen einengt.

Zusätzlich sorgt eine gewisse Zurückhaltung vor wichtigen Ereignissen in der kommenden Woche für Volatilität. Im Fokus stehen dabei die Quartalszahlen des US-Chip-Giganten Nvidia am Mittwoch sowie das Notenbank-Symposium in Jackson Hole.

Von der Rede des Fed-Vorsitzenden Warsh am Freitag erhoffen sich Marktteilnehmer neue Hinweise auf den künftigen Zinskurs. Auch die Sitzung der Bank of Korea am Donnerstag könnte zusätzliche Impulse für die lokale Währung und den Aktienmarkt liefern.

Analysten prognostizieren volatile Seitwärtsbewegung

Für die kommende Handelswoche erwarten Marktbeobachter eine Fortsetzung der unruhigen Phase. Die Analysten von NH Investment & Securities sehen den KOSPI in einer Handelsspanne zwischen 6.400 und 7.500 Punkten. Analyst Na Jung-hwan weist darauf hin, dass die Richtung des Marktes maßgeblich von den Nvidia-Ergebnissen und den US-Inflationsdaten abhängen wird.

Zwar weist der KOSPI seit Jahresanfang eine beeindruckende Performance von 64 % auf, doch ausländische Investoren agierten zuletzt vorsichtiger. Medienberichten zufolge verzeichnete der koreanische Markt im Juli den siebten Monat in Folge Nettoverkäufe durch internationale Anleger.

Demgegenüber steht ein hohes Interesse privater Anleger, die verstärkt auf strukturierte Produkte mit hohen Kupons setzen, um von der Dividendenstärke der Halbleiterwerte zu profitieren.

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