Kraft Heinz krempelt sein größtes Geschäft um – mit personellen Konsequenzen. Nur Tage nachdem CEO Steve Cahillane auf der CAGNY-Investorenkonferenz seinen 600-Millionen-Dollar-Turnaround-Plan vorgestellt hatte, wird der Nordamerika-Präsident ausgetauscht. Die Botschaft ist klar: Der Umbau des angeschlagenen Lebensmittelriesen duldet keinen Aufschub.
Vertrauter Kellanova-Manager übernimmt
Am 18. Februar gab Kraft Heinz die Ernennung von Nicolas Amaya zum Präsidenten für Nordamerika bekannt. Er tritt sein Amt am 23. Februar an und ersetzt Pedro Navio, der nach acht Jahren im Konzern am 22. Februar ausscheidet. Die Personalwahl ist bezeichnend: Amaya kommt von Kellanova, wo er als Senior Vice President und Präsident für Nordamerika tätig war – genau dort, wo auch CEO Cahillane seine Karriere machte. Die beiden arbeiteten jahrelang eng bei Kellogg und dessen Nachfolger Kellanova zusammen.
Amaya übernimmt zu einem kritischen Zeitpunkt die Verantwortung für den wichtigsten Markt des Unternehmens. Nordamerika kämpft mit 19 aufeinanderfolgenden Quartalen rückläufiger Absatzmengen. Navio wird bis 6. März als Berater zur Verfügung stehen, um die Übergabe zu begleiten.
600 Millionen statt Konzernaufspaltung
Der Führungswechsel folgt auf eine strategische Kehrtwende: Am 11. Februar hatte Kraft Heinz die geplante Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen auf Eis gelegt. Cahillane begründete dies mit der massiven Unterinvestition in Marken wie Oscar Mayer und Kraft Mac & Cheese – ein Problem, das sich während eines komplexen Trennungsprozesses nicht lösen lasse.
Die Pause spart rund 300 Millionen Dollar im Jahr 2026. Dieses Geld fließt zusammen mit Effizienzgewinnen in ein 600-Millionen-Dollar-Programm für Marketing, Forschung, Produktverbesserungen und selektive Preisanpassungen. Auf der CAGNY-Konferenz am 19. Februar legte Cahillane den detaillierten Fahrplan vor: Die Marketingausgaben sollen 2026 auf etwa 5,5 Prozent vom Nettoumsatz steigen, nach 4,9 Prozent im Vorjahr. Die Forschungsausgaben werden um rund 20 Prozent erhöht.
Kanada und Großbritannien als Blaupause
Cahillane setzt auf bewährte Rezepte aus internationalen Märkten. In Kanada führte ein vereinfachtes Betriebsmodell zu einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von vier Prozent pro Jahr und Marktanteilsgewinnen. In Großbritannien gewann Heinz Beans durch Produktverbesserungen, neue Verpackungsgrößen und Innovationen wie verzehrfertige Beutel Marktanteile zurück – letztere wuchsen zwei Jahre lang mit 130 Prozent jährlich.
Erste Erfolge zeigen sich in den USA: Über 70 Prozent der sogenannten „Taste Elevation“-Kategorien – darunter Ketchup, Salatdressing, Frischkäse und Senf – gewannen im vierten Quartal 2025 Marktanteile. Das Unternehmen will sein Effizienzziel von 2,5 Milliarden Dollar bereits Ende 2026 erreichen, ein Jahr früher als ursprünglich geplant.
Die Zahlen bleiben angespannt
Die Ausgangslage ist herausfordernd. Im vierten Quartal 2025 sanken die organischen Nettoumsätze um 4,2 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Kraft Heinz mit einem Umsatzrückgang zwischen 1,5 und 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionen steigen: Das Kapitalbudget für 2026 liegt bei rund 950 Millionen Dollar, über dem Vorjahresniveau.
Zusätzlicher Druck kommt von Großaktionär Berkshire Hathaway, das Anfang Januar seine Absicht signalisierte, seine etwa 28-prozentige Beteiligung abzubauen. Mit dem geballten Führungswechsel, der gestoppten Aufspaltung und dem massiven Investitionsprogramm setzt Cahillane nun auf einen schnellen Kurswechsel. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die 600-Millionen-Wette auf Markenerneuerung den jahrelangen Marktanteilsverlust stoppen kann.
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