Kratos Defense Aktie: 43,42 Euro trotz 2-Milliarden-Auftragsbestand
Trotz Rekordaufträgen und Produktionsausbau bricht der Aktienkurs von Kratos Defense ein. Analysten sehen Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 36 Prozent
- Eigene Finanzierung belastet freien Cashflow
- Auftragsbestand erreicht Rekordwert von zwei Milliarden Dollar
- US-Verteidigungshaushalt als entscheidender Impuls
Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Kratos Defense klaffen Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Der Rüstungskonzern baut seine Produktion massiv aus und meldet volle Auftragsbücher. Die Börse straft das Papier trotzdem ab.
Am Mittwoch rutschte der Kurs auf 43,42 Euro ab. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 36 Prozent an Wert. Die Aktie notiert damit weit unter ihrer 200-Tage-Linie. Dieser Abwärtstrend ignoriert die operativen Fortschritte völlig.
Eigene Kasse finanziert Expansion
Kratos baut die Kapazitäten für seine Spartan-Turbotriebwerke massiv aus. Nächstes Jahr will das Unternehmen 3.000 Einheiten fertigen. Bis 2028 soll die Produktion laut J.P. Morgan auf bis zu 6.000 Stück steigen. Die Triebwerke treiben Raketen und Drohnen an.
Das Management finanziert diesen Ausbau komplett aus eigenen Mitteln. Das belastet den freien Cashflow erheblich. Für dieses Jahr rechnet Kratos mit einem Mittelabfluss von bis zu 105 Millionen US-Dollar. Neue Maschinen und Fabrikumbauten verschlingen das Kapital.
Analysten bleiben optimistisch
J.P. Morgan stufte die Aktie kürzlich auf „Overweight“ hoch. Die Analysten senkten zwar das Kursziel auf 82 US-Dollar. Sie loben aber das starke Wachstum und die steigenden Margen. Kratos gewinnt neue Aufträge und arbeitet mit den Branchengrößen zusammen.
Die Fundamentaldaten stützen diese Sicht. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um gut 22 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von zwei Milliarden US-Dollar. Die Pipeline für mögliche neue Projekte ist sogar siebenmal so groß.
Warten auf den US-Haushalt
Ein entscheidender Impuls steht noch aus. Der US-Kongress verhandelt aktuell über den Verteidigungshaushalt für 2027. Der Entwurf plant deutlich höhere Ausgaben ein. Davon sind 54 Milliarden US-Dollar für autonome Systeme reserviert.
Parallel dazu läuft eine 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran. Scheitert diese, dürfte das die Nachfrage im Rüstungssektor weiter anheizen.
Kratos würde von diesen Entwicklungen direkt profitieren. Die jährliche Produktion der Valkyrie-Drohne soll bis Ende 2027 von acht auf 40 Einheiten steigen. Verabschiedet der Kongress den Haushalt wie geplant, dürfte sich die Lücke zwischen operativer Stärke und Aktienkurs schnell schließen.
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