Krieg im Iran – und jetzt?

Der Kriegsausbruch im Iran führte zu moderaten Börsenreaktionen. Die US-Märkte bleiben stabil, während ein weiterer Ölpreisanstieg die Konjunktur gefährden könnte.

Stephan Feuerstein ·
Sonnenaufgang über der Stadt

Kurz zusammengefasst

  • US-Aktienmärkte zeigen erstaunliche Stabilität
  • Ölpreis bei 80 Dollar noch nicht als kritisch bewertet
  • Dreistelliger Ölpreis würde Inflation anheizen
  • Probleme im Privatkreditsektor bleiben Risikofaktor

In der vergangenen Woche hatten wir auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Kriegsausbruchs im Iran und der Gefahr eines Ölpreisanstiegs hingewiesen. Wie sich gezeigt hat, war dies zum richtigen Zeitpunkt. Allerdings hatte sich mit der konzentrierten Militärpräsenz im Nahen Osten bereits im Vorfeld eine Eskalation der Auseinandersetzung abgezeichnet, so dass die Börsen zwar auf den Kriegsausbruch reagierten, die Auswirkung – zumindest am Aktienmarkt – hielt sich allerdings in Grenzen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im Nahen Osten weiterentwickelt.

US-Aktienmarkt relativ stabil!

Während die Reaktion beim DAX entsprechend negativ ausgefallen ist, überraschen die US-Indizes hingegen mit Stabilität. Dies dürfte aber vor allem auch darauf zurückzuführen sein, dass die USA weniger vom Öl aus dem Nahen Osten abhängig sind. Unter anderem durch Fracking haben sich die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren sogar zum Ölexporteur gewandelt. Sollte sich die Situation im Nahen Osten allerdings weiter zuspitzen, dürfte auch der Ölpreis weiter nach oben klettern.

Ab wann wird es kritisch?

Am Markt wird das aktuelle Ölpreisniveau um 80 US-Dollar noch nicht als dramatisch betrachtet. Sollte der Kurs des Schwarzen Goldes hingegen wieder in den dreistelligen Bereich vordringen, dürfte dies dann auch am US-Aktienmarkt entsprechende Spuren hinterlassen. Ein kräftiger Ölpreisanstieg würde die Inflation entsprechend anheizen und baldige Zinssenkungen unwahrscheinlich machen. Zudem würde ein hoher Ölpreis die Konjunktur abwürgen und auch von diesem Blickwinkel eine Belastung für die Aktienmärkte darstellen.

Wichtige Themen nicht aus dem Blickfeld verlieren!

Auch wenn die Gefahr eines Abschwungs am Aktienmarkt besteht, sollte man sich allerdings nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken lassen. So rücken beispielsweise die Probleme bei den Unternehmen im Bereich „Privatkredite“ aktuell etwas in den Hintergrund, die durchaus das Potenzial für eine neue Finanzkrise haben.

Stephan Feuerstein
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