L3Harris Aktie: Rechtsermittlungen schlagen Aufträge?
Der Konzern meldet Baufortschritte und neue Militärverträge; zugleich untersucht eine Kanzlei mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze.
Kurz zusammengefasst
- Erdarbeiten am Arkansas-Campus zu 90 Prozent erledigt
- Raketenmotor-Fertigung soll sechsmal größer werden
- Lockheed-Martin-Vertrag über mehr als sechs Milliarden Dollar
- Pomerantz untersucht mögliche Gesetzesverstöße
Am Donnerstag meldete L3Harris Technologies einen operativen Fortschritt bei der Erweiterung seiner industriellen Basis. Beim Bau des Campus der Arkansas Advanced Propulsion Facilities haben die Bauteams 90 Prozent der vorbereitenden Erdarbeiten abgeschlossen.
Die neue Produktionsstätte soll die Fertigungskapazitäten des Konzerns für große Feststoffraketenmotoren versechsfachen. Damit reagiert das Unternehmen auf den weltweit steigenden Bedarf an Antriebskomponenten für moderne Abwehr- und Lenkwaffensysteme.
Der Ausbau in Arkansas ist Teil einer umfassenderen Hochskalierung der Fertigung. Bereits am Dienstag schloss der Konzern einen Vertrag mit Lockheed Martin über mehr als 6 Milliarden $ ab, der über eine Laufzeit von sieben Jahren die Antriebsproduktion für das Flugabwehrsystem THAAD ausweiten soll.
Zudem vereinbarte L3Harris am 14. September eine Partnerschaft mit dem Naval Air Warfare Center, um die Produktion von Tomahawk-Marschflugkörpern zu steigern. Das Portfolio an militärischen Lieferverträgen wuchs zuletzt weiter an.
Weitere Aufträge der US-Streitkräfte
Neben den Antriebssystemen verzeichnet das Unternehmen auch im Bereich der militärischen Kommunikation anhaltenden Zuspruch. Das U.S. Marine Corps vergab einen Auftrag mit einem Volumen von 96.905.068 $ für zusätzliche MCWS-X-Kommunikationsterminals, zugehörige Ersatzteile und Dienstleistungen an den Standort in Rochester.
Die Arbeiten im Rahmen dieser Beschaffung laufen bis September 2031. Als weiterer Baustein im Orderbuch fungiert eine bereits vereinbarte Festpreisvereinbarung mit der U.S. Space Force über 461.908.308 $ für kommerzielle Satellitenkommunikation auf Regierungsflugzeugen mit Laufzeit bis Oktober 2028.
Rechtliche Ermittlungen und Insider-Transaktionen
Trotz der Auftragslage sieht sich der Konzern rechtlichen Unwägbarkeiten gegenüber. Die Kanzlei Pomerantz LLP gab am Donnerstag bekannt, dass sie im Namen von Anlegern eine Untersuchung möglicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze sowie anderer unzulässiger Geschäftspraktiken bei L3Harris eingeleitet hat. Derartige Ermittlungen können zu Sammelklagen führen und stellen für Investoren einen Unsicherheitsfaktor dar.
Auf Ebene des Managements gab es unterdessen registrierte Transaktionen. Kenneth L. Bedingfield, President of Missile Solutions, erwarb am Donnerstag im Rahmen eines Altersvorsorgeplans 26,94 Phantom-Aktieneinheiten. Zeitgleich wandelten die Verwaltungsratsmitglieder Christina L. Zamarro, David S. Regnery und Joanna Geraghty ihre Barvergütungen anteilig in solche Phantom-Aktien um.
Kursnotierung in der Nähe des Jahrestiefs
An der Börse überwiegt trotz der jüngsten Auftragsmeldungen die Skepsis der Marktteilnehmer. Das Papier von L3Harris ging am Freitag bei 210,20 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht beläuft sich der Rückgang seit Jahresanfang auf 17 Prozent.
Mit der aktuellen Notierung rangiert der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 207,10 Euro, das am 30. September markiert wurde. Die Anleger wägen die langfristigen Fertigungsausweitungen gegen die aufkommenden Rechtsrisiken ab.
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