L3Harris Aktie: THAAD-Produktion soll vervierfacht werden
Der Siebenjahresvertrag soll die THAAD-Antriebsfertigung vervierfachen; endgültig festgelegt ist die Vereinbarung noch nicht.

Kurz zusammengefasst
- THAAD-Vertrag über sieben Jahre vorgesehen
- Antriebsproduktion soll vervierfacht werden
- Space-Force-Auftrag über 461,9 Millionen Dollar
- Aktie liegt seit Jahresbeginn 17 Prozent im Minus
Der US-Rüstungskonzern L3Harris Technologies sichert sich eine milliardenschwere Großbestellung zur Ausweitung der Raketenabwehr. Von Lockheed Martin erhielt das Unternehmen einen Siebenjahresvertrag mit einem Volumen von mehr als sechs Milliarden US-Dollar. Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Antriebsproduktion für das THAAD-Abfangsystem zu vervierfachen.
Ausbau der Fertigungskapazitäten für THAAD
Der noch nicht endgültig festgelegte Kontrakt sieht vor, die Fertigung der Antriebskomponenten für das Flugkörperabwehrsystem deutlich hochzufahren. Um die Produktionsziele zu erreichen, plant L3Harris die Errichtung eines neuen Werks für Feststoff-Boostmotoren. Parallel dazu sollen die bestehenden Kapazitäten für Flüssigkeits-Umleit- und Lageregelungssysteme ausgebaut werden.
Das Raketenabwehrsystem THAAD erzielte nach Unternehmensangaben seit Beginn der Serienproduktion eine Abfangquote von 100 Prozent bei Testflügen. Vor dem Hintergrund internationaler Sicherheitsanforderungen planen Lockheed Martin und das US-Verteidigungsministerium, den jährlichen Ausstoß an Abfangflugkörpern von 96 auf bis zu 400 Einheiten zu steigern. L3Harris bindet in das Programm Standorte in Huntsville, Los Angeles und Camden ein, wobei erhöhte Auslieferungen bis zum Jahr 2033 vorgesehen sind.
Weitere Aufträge für das Raumfahrt- und Marinegeschäft
Neben dem THAAD-Großprojekt verbuchte der Konzern weitere Regierungsaufträge. Die U.S. Space Force erteilte L3Harris einen Festpreisvertrag im Wert von 461,9 Millionen US-Dollar. Die Vereinbarung läuft bis Oktober 2028 und umfasst die Modernisierung der Satellitenkommunikation auf ausgewählten Regierungsflugzeugen. Zu Beginn des Vorhabens sind 62,3 Millionen US-Dollar aus Betriebsmitteln vorgesehen.
Ergänzend kamen Zuteilungen der US Navy hinzu. Dazu gehört ein Vertrag über 26,9 Millionen US-Dollar für Kommunikationsausrüstung sowie eine Vertragsanpassung durch das Marinefliegerkommando NAVAIR über rund 10,75 Millionen US-Dollar für die Lieferung von 176 modernisierten Funkgeräten bis November 2028.
Marktlage und personelle Zäsur
Trotz des Auftragseingangs steht der Titel an den Finanzmärkten unter Druck. Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 209,10 Euro, womit es seit Jahresbeginn ein Minus von 17 Prozent aufweist. Erst tags zuvor hatte die Aktie bei 207,10 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.
Zusätzliche Unruhe brachte im Spätsommer ein Wechsel an der Konzernspitze. Am 17. August 2026 war der bisherige Chairman und CEO Christopher Kubasik mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das Unternehmen begründete den Schritt mit einem Verhalten, das nicht mit den internen Verhaltensrichtlinien vereinbar gewesen sei. Im Nachgang dazu leitete die US-Kanzlei Pomerantz Untersuchungen bezüglich möglicher Wertpapierverstöße ein.
Während langfristige Großaufträge wie das THAAD-Programm den Auftragsbestand stärken, hängt der wirtschaftliche Ertrag für L3Harris nun maßgeblich von der finalen Vertragsfestlegung und dem termingerechten Hochlauf der neuen Fertigungsstätten ab.
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