L’Air Liquide Aktie: Goldman Sachs setzt 197 Euro Ziel
Die Ausgabe von Gratisaktien belastet den Kurs von L'Air Liquide kurzfristig. Analysten von Goldman Sachs sehen jedoch langfristig 19 Prozent Aufwärtspotenzial.

Kurz zusammengefasst
- Gratisaktien-Zuteilung im Verhältnis 1:10
- Goldman Sachs stuft Aktie auf Buy hoch
- Kursziel von 197 Euro ausgegeben
- RSI nähert sich überverkauftem Bereich
Ein klassischer technischer Effekt sorgt bei L’Air Liquide für Turbulenzen. Der französische Gasekonzern verteilt ab Juni 2026 Gratisaktien – eine Maßnahme, die den Kurs mechanisch belastet. Gleichzeitig rückt die langfristige Strategie des Unternehmens in den Fokus: Goldman Sachs sieht 19 Prozent Aufwärtspotenzial.
Gratisaktien als Kurstreiber
Jeder Aktionär erhält für zehn gehaltene Aktien eine zusätzliche Gratisaktie. Diese 1:10-Zuteilung wurde bereits auf der Hauptversammlung im Mai beschlossen. Der Effekt ist vorhersehbar: Der Kurs sinkt, weil sich das Kapital auf mehr Aktien verteilt. Am Montag schloss die Aktie bei 166,18 Euro – ein Minus von 5,9 Prozent in der vergangenen Woche.
Für Anleger ändert sich unterm Strich nichts. Der Wert des Depots bleibt gleich, nur die Stückzahl steigt. Die neuen Aktien haben dieselben Dividendenrechte wie die alten. Langfristige Investoren profitieren sogar: Sie erhalten künftig mehr Ausschüttungen.
Goldman Sachs setzt auf 197 Euro
Während der Markt die technische Anpassung verarbeitet, gibt es fundamentale Unterstützung. Goldman Sachs hat die Aktie am Montag auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 197 Euro ausgegeben. Das entspricht einem Potenzial von rund 19 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die Bank begründet ihre Einschätzung mit der stabilen Geschäftsentwicklung des Konzerns. Besonders die Positionierung in der Halbleiterbranche und der Energiewende überzeugt die Analysten. L’Air Liquide kann Preise durchsetzen und generiert verlässliche Cashflows – selbst in unsicheren Märkten.
Technische Indikatoren im Blick
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 34,2 Punkten. Damit nähert sich die Aktie der Marke von 30, die oft als überverkauft gilt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 3,8 Prozent zu Buche, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch (190 Euro) beträgt noch 12,5 Prozent.
Aktuell notiert die Aktie unter beiden wichtigen gleitenden Durchschnitten: 50 Tage (180,82 Euro) und 200 Tage (170,80 Euro). Die Volatilität bleibt mit 36,8 Prozent annualisiert hoch – kein Wunder bei der aktuellen Marktlage.
Dividende und Strategie als Stütze
Die Gratisaktien sind nur ein Baustein der Shareholder-Return-Strategie. Im Mai zahlte L’Air Liquide bereits eine Dividende von 3,70 Euro je Aktie. Der Konzern setzt auf sein „ADVANCE“-Programm, das höhere Margen und ein wachsendes Nettoergebnis verspricht.
Schwerpunkt bleibt die Expansion in Hochtechnologie-Gasen und grünem Wasserstoff. Diese Bereiche sollen das langfristige Wachstum sichern – auch wenn kurzfristig technische Effekte den Kurs belasten. Die nächste Dividendenzahlung steht im Mai 2027 an. Bis dahin dürfte die Aktie wieder fundamental bewertet werden.
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