Lam Research Aktie: Lieferengpass-Bremse?
Lieferengpässe begrenzen Lams kurzfristigen Ausblick, während Umsatz und bereinigter Gewinn im Septemberquartal zulegten.

Kurz zusammengefasst
- Needham senkt Kursziel auf 290 Dollar
- Kaufempfehlung bleibt trotz niedrigerem Kursziel bestehen
- Septemberumsatz steigt um 54 Prozent
- Nachholung verzögerter Lieferungen für Märzquartal erwartet
Nach den Quartalszahlen haben mehrere Analysten ihre Kursziele für Lam Research gestern gesenkt, ihre positiven Anlageurteile aber beibehalten. Der Grund für diese vorsichtigere Bewertung liegt nicht in schwachen Geschäftszahlen: Kurzfristige Lieferengpässe begrenzen den Ausblick. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell Lam die verzögerten Auslieferungen nachholen kann.
Niedrigere Kursziele trotz Kaufempfehlungen
Needham reduzierte das Kursziel von 390 auf 290 Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Auch andere Analysehäuser korrigierten ihre Zielmarken nach unten, ohne ihre grundsätzlich positiven Einstufungen aufzugeben.
Diese Kombination ist wichtig: Die Analysten unterscheiden zwischen dem längerfristigen Geschäftspotenzial und den kurzfristigen Erwartungen an die Aktie. Die gesenkten Zielmarken signalisieren mehr Vorsicht. Sie sind aber keine pauschale Absage an die Wachstumsperspektiven des Unternehmens.
Morningstar hielt dagegen an seiner Fair-Value-Schätzung von 310 Dollar je Aktie fest. Das Analysehaus erwartet bis 2028 eine starke, durch künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage nach Chipausrüstung. Anschließend rechnet es mit einer Verlangsamung des Wachstums, nicht mit einem Rückgang.
Damit unterscheiden sich die Einschätzungen vor allem in der Bewertung der Perspektiven. Morningstar hält hohe Investitionsausgaben bis zum Ende des Jahrzehnts für dauerhaft tragfähig. Die kurzfristigen Auslieferungsprobleme ändern an dieser Einschätzung zunächst nichts.
Lieferfähigkeit begrenzt den nächsten Schritt
Für das Dezemberquartal erwartet Lam Research einen Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar bei einer möglichen Abweichung von 400 Millionen Dollar. Finanzchef Douglas Bettinger erklärte, ohne kurzfristige Lieferengpässe wäre der Ausblick etwas höher ausgefallen. Einen konkreten Betrag nannte er nicht.
Die Verzögerungen sollen nach Unternehmensangaben im Märzquartal aufgeholt werden. Unternehmenschef Tim Archer bezeichnete die Engpässe als nicht vergleichbar mit den Lieferproblemen während der Pandemie. Lam werde die Rückstände voraussichtlich bald aufholen können.
Neben der Lieferfähigkeit verändert sich die regionale Umsatzverteilung. China stellte im Septemberquartal 35 Prozent des Umsatzes. Für das Dezemberquartal erwartet das Management einen deutlich niedrigeren Anteil.
Der Ausblick hängt somit nicht allein von der Nachfrage ab. Entscheidend ist auch, wann bestellte Anlagen tatsächlich ausgeliefert werden können. Die angekündigte Nachholung bleibt eine Erwartung des Managements und ist noch kein verbuchter Umsatz.
Starkes Geschäft als Ausgangsbasis
Im Septemberquartal 2026 erzielte Lam Research einen Rekordumsatz von 8,22 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Wachstum von 54 Prozent.
Die Ergebnisse zeigen, dass die vorsichtigere Bewertung auf ein stark gewachsenes Geschäft trifft. Der Engpass liegt nach den Aussagen des Managements kurzfristig bei der Umsetzung der Nachfrage in Auslieferungen.
Der bereinigte Gewinn erreichte 2,20 Dollar je Aktie und lag damit über den erwarteten 2,18 Dollar. Die bereinigte operative Marge betrug 40,2 Prozent.
Für das Kalenderjahr 2027 erwartet Lam weltweite Ausgaben für Wafer-Fab-Ausrüstung von über 200 Milliarden Dollar. Dieser Branchenausblick stützt die längerfristige Wachstumsthese. Der nächste operative Prüfstein ist jedoch konkreter: Lam muss die verzögerten Lieferungen wie angekündigt nachholen. Davon hängt ab, ob sich die kurzfristige Begrenzung des Ausblicks tatsächlich als vorübergehend erweist.
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