Lanxess Aktie: Zwei Abstufungen treffen Chemiewerte
Analysten von Goldman Sachs und JPMorgan stufen Lanxess herab. Die Aktie verliert, belastet von enttäuschten Kriegshoffnungen und Bilanzsorgen.

Kurz zusammengefasst
- Goldman senkt auf Verkaufen
- JPMorgan reduziert Einstufung
- Kursziel auf 13 Euro gesenkt
- Bilanzrisiken bleiben bestehen
Goldman Sachs und JPMorgan haben Lanxess heute mit einer Doppelabstufung unter Druck gesetzt — und damit auch die gesamte europäische Chemiebranche in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktie verliert auf Tradegate rund 5 Prozent, zusätzlich belastet durch einen Dividendenabschlag von 0,10 Euro je Aktie.
Krieg als Argument — und seine Grenzen
Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser stuft Lanxess von „Neutral“ auf „Sell“ herab und kappt das Kursziel von 21 auf 13 Euro. Ihre Begründung ist eindeutig: Die Hoffnung auf einen Preisauftrieb durch die Verwerfungen des Nahost-Kriegs hat sich nicht erfüllt. Die Q1-Ergebnisse zeigten kaum Zeichen, dass Lanxess von höheren Energiepreisen profitiert. Schwerer noch wiegt, dass der Ausblick für das operative Q2-Ergebnis rund 10 Prozent unter dem Marktkonsens liegt — und satte 37 Prozent unter Frasers eigener Schätzung.
JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi zieht eine ähnliche Schlussfolgerung, bleibt aber etwas vorsichtiger. Er stuft von „Overweight“ auf „Neutral“ herab, hält ein Kursziel von 18 Euro aufrecht. Sein Kernsatz trifft die Branche insgesamt: „Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück.“ Der kurzfristige Rückenwind durch den Krieg flache bereits ab — und danach rückten wieder die strukturellen Probleme ins Bild: massive Überkapazitäten und wachsende Konkurrenz aus China.
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Bilanzrisiken bleiben real
Der Kursrückgang kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Lanxess hatte sich von einem Mehrjahrestief bei rund 11 Euro — dem tiefsten Stand seit 2009 — zeitweise um fast 77 Prozent erholt. Ein guter Teil dieser Bewegung beruhte auf der Hoffnung, der Nahost-Konflikt könnte Energiepreise und Chemikalienmargen dauerhaft anheben. Diese Wette gilt nun als gescheitert.
Fraser hebt ausdrücklich anhaltende Bilanzrisiken hervor. Tatsächlich kämpft Lanxess seit dem gescheiterten Verkauf des Kunststoff-Joint-Ventures Envalior und einer Herabstufung der Bonität auf Ramschniveau mit erhöhten Schuldenlasten. Finanzvorstand Oliver Stratmann schloss auf der Hauptversammlung kurzfristige Asset-Verkäufe unter Wert ebenso aus wie eine Kapitalerhöhung — betonte aber, man sehe „keinen akuten Handlungsdruck“.
Das Analystenbild ist damit klar gespalten: Die Kursziele reichen von 13 bis 18 Euro, je nachdem, wie stark man die Bilanzrisiken und das strukturelle Branchenumfeld gewichtet. Ob Lanxess diesen Spagat ohne weitere Einschnitte meistert, wird sich spätestens an den Q2-Zahlen ablesen lassen — die Messlatte liegt nach dem heutigen Tag deutlich tiefer.
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