LEG Immobilien Aktie: Grand City steigt ein
Der Luxemburger Konzern meldete einen Anteil von 20,04 Prozent, kann ihn ausbauen oder verkaufen und wartet bei Stimmrechten auf die Kartellfreigabe.

Kurz zusammengefasst
- Beteiligung an LEG beträgt 20,04 Prozent
- Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent möglich
- Grand City bezeichnet Anteil als Finanzinvestment
- Stimmrechte ruhen bis zur Kartellfreigabe
Grand City Properties greift nach einem Fünftel von LEG Immobilien. Der Luxemburger Wohnungskonzern meldete am Abend per Ad-hoc eine Beteiligung von 20,04 Prozent am Dax-Konkurrenten aus Düsseldorf. Die Nachricht kam kurz nach 19 Uhr, nach Handelsschluss.
Was Grand City vorhat
Das Unternehmen hat mit Finanzintermediären Vereinbarungen zum Kauf von LEG-Aktien geschlossen. Zusammen mit den bereits gehaltenen Papieren ergibt sich der Anteil von 20,04 Prozent. Grand City stuft die Position ausdrücklich als Finanzinvestment ein, nicht als Einstieg zur Übernahme.
Der Spielraum bleibt groß. Grand City kann den Anteil nach eigenen Angaben opportunistisch auf bis zu 29,9 Prozent aufstocken. Ebenso behält sich das Unternehmen vor, die Beteiligung kurzfristig deutlich zu verringern oder ganz zu verkaufen, je nach Marktlage.
Die Rechnung dahinter
Grand City argumentiert mit der Bewertung. LEG handle derzeit mit einer FFO-I-Rendite von über 13 Prozent. Das soll den FFO I von Grand City anteilig um rund 30 Prozent steigern.
Die Investition sei damit deutlich attraktiver als vergleichbare direkte Immobilienkäufe, erklärte CEO Refael Zamir. Finanziert wird sie aus der eigenen Bilanz. Der Verschuldungsgrad (Loan-to-Value) soll klar unter der vom Verwaltungsrat vorgegebenen Marke von 45 Prozent bleiben.
Hinzu kommt ein bilanzieller Effekt. Der anteilige Buchwert des LEG-Eigenkapitals liegt laut Halbjahreszahlen bei rund 1,8 Milliarden Euro, die Position notiert aber deutlich darunter. Nach IFRS könnte Grand City unter bestimmten Bedingungen einen erheblichen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Gewinn verbuchen.
LEG-Aktionäre dürfte vor allem die Signalwirkung beschäftigen: Ein branchenerfahrener Investor hält die Aktie für klar unterbewertet. Grand City verweist zudem auf die geringe Leerstandsquote, die stabilen Mieteinnahmen und die Fokussierung auf Nordrhein-Westfalen, wo man selbst über lokale Erfahrung verfügt. Als Berater fungierte Citigroup.
Kartellamt bremst Stimmrechte
Vorerst bleibt die Beteiligung ohne Einfluss. Bis das Bundeskartellamt die Kontrolle freigegeben hat, übt Grand City die Stimmrechte nicht aus. Wie die Börse die Nachricht am Mittwoch aufnimmt, zeigt sich mit Handelsbeginn; die Meldung erschien erst nach Xetra-Schluss.
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