Lenzing Aktie: 29,10 Euro markiert 52-Wochen-Hoch
Lenzing überrascht mit schwarzen Zahlen nach Verlustserie, doch der Vorstand bleibt ohne konkreten Ausblick für 2026.

Kurz zusammengefasst
- Erster Quartalsgewinn seit einem Jahr
- Freier Cashflow verbessert sich deutlich
- Neuer CEO Georg Kasperkovitz übernimmt
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch
Der Faserhersteller Lenzing meldet sich eindrucksvoll an der Börse zurück. Nach drei Verlustquartalen schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Anleger feiern das mit einem massiven Kursanstieg. Der Haken: Das Management traut sich weiterhin keine verlässliche Jahresprognose zu.
Am Donnerstag markierte die Aktie mit 29,10 Euro ein frisches 52-Wochen-Hoch. Aktuell konsolidiert der Kurs leicht bei 28,60 Euro. Das entspricht einem überschaubaren Tagesminus von knapp einem Prozent. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt. Seit dem Tief im März kletterte der Wert um beachtliche 47 Prozent.
Die technische Lage zeigt einen stark gefragten Titel. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt satte 18 Prozent. Ein RSI-Wert von fast 77 signalisiert ein extrem hohes Momentum. Der Markt preist den laufenden Konzernumbau offenbar bereits großzügig ein.
Rückkehr in die Gewinnzone
Fundamental liefert das erste Quartal durchaus Argumente für die Rallye. Der Gewinn nach Steuern lag bei 24 Millionen Euro. Zuvor verzeichnete der Konzern ein tiefrotes Jahr. Auch der freie Cashflow verbesserte sich deutlich auf knapp 34 Millionen Euro.
Der Umsatz sank parallel dazu um elf Prozent auf rund 616 Millionen Euro. Der Gewinnsprung resultiert also nicht aus einem plötzlichen Nachfrageboom. Vielmehr greifen die harten Einsparmaßnahmen und eine strenge Preisdisziplin. Das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte respektable 116 Millionen Euro.
Keine Prognose, neuer Chef
Die aktuelle Euphorie birgt Risiken. Das Marktumfeld bleibt laut Unternehmensangaben extrem angespannt. Volatile Energiepreise und geopolitische Krisen belasten das Geschäft. Der Vorstand wagt deshalb weiterhin keinen konkreten Ausblick für das laufende Jahr.
Die Verantwortung trägt nun Georg Kasperkovitz. Er übernahm Anfang Juni den Posten des Vorstandschefs. Im gleichen Schritt leitet er als COO weiterhin das operative Geschäft. Die Aufgabe ist klar definiert. Er muss die jüngsten Cashflow-Erfolge in den kommenden Monaten bestätigen. Gelingt das nicht, droht der heiß gelaufenen Aktie ein harter Realitätscheck.
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