Lenzing Aktie: Georg Kasperkovitz wird CEO
Lenzing-Aktie steigt nach CEO-Wechsel und positiver Analystenstimme um 21 Prozent. Neuer Fokus auf margenstarke Segmente und EU-Regulierung als Rückenwind.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 21 Prozent in einer Woche
- Neuer CEO Georg Kasperkovitz übernimmt
- Berenberg stuft Aktie auf Kauf hoch
- EU-Vernichtungsverbot für Kleidung als Chance
Die Lenzing-Aktie hat eine rasante Woche hinter sich. Käufer griffen massiv zu und trieben den Kurs steil nach oben. Auslöser für die Rallye ist ein Mix aus frischem Analysten-Optimismus und einem neuen Mann an der Konzernspitze.
Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei 28,45 Euro. Das entspricht einem satten Plus von fast 21 Prozent auf Wochensicht. Der Kurs klebt nun förmlich am jüngsten 52-Wochen-Hoch.
Ein technisches Detail mahnt allerdings zur Vorsicht. Der RSI-Indikator steht bei 76 Punkten. Die Folge: ein überkaufter Markt. Dennoch liefert das fundamentale Bild aktuell starke Argumente für die Bullen.
Neuer CEO fokussiert Margen
Georg Kasperkovitz lenkt seit Anfang Juni die Geschicke des Unternehmens. Der bisherige operative Chef übernimmt den Posten des CEO. Sein Vorgänger Rohit Aggarwal hatte Lenzing im Januar verlassen. Der Aufsichtsrat setzt mit dieser internen Lösung auf Stabilität.
Kasperkovitz will das Wachstum in margenstarken Segmenten spürbar beschleunigen. Der Fokus liegt auf Vliesstoffanwendungen für Hygiene und Filtration. Dafür investiert Lenzing aktuell 15 Millionen Euro in die Produktion. Ein neuer operativer Chef rückt nicht nach. Kasperkovitz behält diese Aufgaben in seinem Ressort.
Berenberg hebt den Daumen
Die Privatbank Berenberg stuft die Aktie nun als Kauf ein. Analyst Sebastian Bray hob das Kursziel kräftig auf 29,50 Euro an. Er begründet diesen Schritt klar. Die Preise für holzbasierte Fasern erholen sich. Festere Baumwollnotierungen stützen diese Entwicklung.
Die Experten halten die bisherigen Gewinnschätzungen für das Jahr 2026 für deutlich zu niedrig. Sie kalkulieren nun mit einem spürbar geringeren Verlust je Aktie. Das lieferte den entscheidenden Treibstoff für den jüngsten Kursanstieg.
Rückenwind durch EU-Vorgaben
Im operativen Geschäft liegt die Messlatte fest. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von rund 616 Millionen Euro. Das operative Ergebnis lag bei 116 Millionen Euro. Kasperkovitz muss diese Zahlen in den kommenden Monaten toppen.
Ein regulatorischer Schub hilft ihm dabei. Im Juli 2026 tritt ein EU-weites Vernichtungsverbot für Kleidung in Kraft. Für Lenzing als Produzent biologisch abbaubarer Fasern ist das ein klarer struktureller Vorteil. Das Unternehmen profitiert hier von seiner starken Position bei nachhaltiger Forstwirtschaft.
Die jüngste Rally hat bereits viel Optimismus eingepreist. Der knappe Abstand zum Berenberg-Kursziel von 29,50 Euro lässt kaum Spielraum für Enttäuschungen. Kasperkovitz muss nun handfeste operative Erfolge liefern. Sobald die nächsten Quartalszahlen ein steigendes operatives Ergebnis bestätigen, rückt der Ausbruch über die 30-Euro-Marke in greifbare Nähe.
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