Lenzing Aktie: Suzano und B&C sichern sich Aktienpaket
Aktionäre bezogen 99 Prozent der neuen Lenzing-Aktien; die operative Entwicklung bleibt davon unberührt und die Abwicklung steht noch aus.

Kurz zusammengefasst
- 34.411.626 neue Aktien bezogen
- Bezugsrechtsquote erreicht 99,0 Prozent
- Berenberg senkte Kursziel auf 17 Euro
- Aktienlieferung voraussichtlich am 23. Oktober
Für Lenzing verdichtet sich heute das Bild einer breit angenommenen Kapitalmaßnahme. Eine Antwort auf die Zweifel an der Ergebnisentwicklung liefert das jedoch nicht. Das vorläufige Bezugsergebnis belegt die Beteiligung der Aktionäre; die von Berenberg vor gut drei Wochen angesprochenen Ertragsfragen betreffen eine andere Ebene.
Hohe Beteiligung, Abschluss noch vorbehaltlich
Nach Angaben von Lenzing wurden bis heute Nachmittag 34.411.626 neue Aktien bezogen. Das entspricht einer Bezugsrechtsausübungsquote von 99,0 %. Damit entfällt nur ein kleiner Teil des Angebots auf die anschließende Platzierung durch die Konsortialbanken.
Die hohe Quote ist für die Einordnung der Transaktion wichtig: Sie zeigt, dass die angebotenen Aktien weitgehend über die Bezugsrechte abgenommen wurden. Das Ergebnis ist allerdings vorläufig und nicht mit dem vollständigen Abschluss der Kapitalmaßnahme gleichzusetzen.
Das Syndikat aus B&C-Gruppe und Suzano S.A. bezog 18.159.291 Aktien. Auf Oberbank entfielen 1.344.177 Aktien. Die nicht bezogenen Titel sollen die Konsortialbanken zu mindestens EUR 8,65 je Aktie am Markt platzieren.
Für Anleger sind damit zwei Schritte zu unterscheiden: die bereits gemeldete Ausübung der Bezugsrechte und die noch vorgesehene Abwicklung. Die breite Beteiligung ersetzt die dafür erforderlichen formalen Voraussetzungen nicht.
Ergebnisentwicklung bleibt der zweite Prüfstein
Die vollständig garantierte Kapitalerhöhung strebt einen Bruttoerlös von rund EUR 300 Mio. an. Dieser Finanzierungsumfang sagt für sich genommen nichts darüber aus, wie sich das operative Geschäft entwickelt oder ob die Ergebniserwartungen steigen können.
Genau dort setzte die Kritik von Berenberg vor gut drei Wochen an. Das Haus stufte Lenzing von einer Kauf- auf eine Halteempfehlung herab. Zugleich sank das Kursziel von EUR 29,50 auf EUR 17,00.
Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt damit, dass sich die Rohstoffpreise für Baumwolle und Viskose nicht wie erwartet in den Ergebnissen niederschlügen. Außerdem äußerte er Zweifel an einer Anhebung der EBITDA-Konsensschätzung für 2026. Das heutige Bezugsergebnis enthält dazu keine neue operative Aussage.
Nächster Schritt ist die Abwicklung
Lieferung und Handelsaufnahme der neuen Aktien sind voraussichtlich für den 23. Oktober 2026 vorgesehen. Beides steht unter dem Vorbehalt der Firmenbucheintragung.
Die zentrale Unterscheidung bleibt deshalb: Lenzing hat eine hohe Beteiligung am Bezugsangebot gemeldet. Ob daraus auch eine überzeugendere Ertragsperspektive folgt, lässt sich aus diesem Finanzierungsschritt allein nicht ableiten. Für die weitere Bewertung zählen neben der Abwicklung deshalb vor allem belastbare operative Ergebnisse.
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