Leonardo Aktie: Neues Simulatoren-Zentrum in Sesto Calende eröffnet

Ein neues Simulatorzentrum ergänzt Leonardos Kapazitäten; BofA Securities senkte das Kursziel bei unveränderter Kaufempfehlung auf 71 Euro.

Eduard Altmann ·
Modernes Flugsimulator-Zentrum in einer hochtechnologischen Industrieumgebung mit atmosphärischer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neues Gebäude für Flugsimulatoren eröffnet
  • Mehr als 6.000 Quadratmeter Fläche
  • DDX-Vertrag umfasst rund 3,7 Milliarden Euro
  • BofA senkt Kursziel auf 71 Euro

Operativer Ausbau trifft auf verhaltene Kursentwicklung

Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern baut seine industriellen Kapazitäten weiter aus, während die Aktie an den Finanzmärkten eine Konsolidierungsphase durchläuft. Am Montag weihte das Unternehmen an seinem Standort in Sesto Calende ein neues Gebäude für die Entwicklung und Fertigung von Hubschrauber-Flugsimulatoren ein.

Die neue Einrichtung umfasst mehr als 6.000 Quadratmeter und bietet Platz für bis zu fünf Simulatoren gleichzeitig. An dem Standort bündelt der Konzern zentrale Wertschöpfungsschritte von der Konstruktion über die Montage bis hin zur Erprobung.

Für Anleger fällt dieser Schritt in eine Phase, in der die Börse neue Bewertungsmaßstäbe anlegt. Die Aktie notiert aktuell bei 47,26 Euro und verzeichnete seit Jahresanfang ein Minus von 3,3 Prozent.

Die Ausweitung der Fertigungskapazitäten in der Hubschraubersparte verdeutlicht zwar die anhaltende industrielle Auslastung, doch am Markt überwiegt derzeit die Zurückhaltung. Investoren stehen vor der Entscheidung, ob die jüngste Schwächephase eine Einstiegsgelegenheit darstellt oder ob die Neubewertung der Rüstungssparten eine längere Seitwärtsbewegung ankündigt.

Die Tragfähigkeit der langfristigen Projektpipeline

Im Mittelpunkt des Marktinteresses steht gegenwärtig eine zentrale Fragestellung: In welchem Tempo schlagen sich die milliardenschweren Gemeinschaftsprojekte und Kapazitätserweiterungen in den tatsächlichen Erträgen der kommenden Quartale nieder? Ein maßgeblicher Faktor für die zukünftige Geschäftsentwicklung bleibt die vertragliche Verankerung von Großaufträgen im Marinebereich.

Am 24. September unterzeichnete Orizzonte Sistemi Navali, ein Gemeinschaftsunternehmen von Fincantieri mit 51 Prozent und Leonardo mit 49 Prozent, einen Vertrag mit der Rüstungsagentur OCCAR über rund 3,7 Milliarden Euro für zwei DDX-Zerstörer der italienischen Marine. In diesem Vertragswerk sind Optionen im Umfang von etwa 1,3 Milliarden Euro enthalten.

Im Zuge dieser Vereinbarung sind für Leonardo Unteraufträge im Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro vorgesehen, wovon etwa 480 Millionen Euro auf optionale Tranchen entfallen. Wie effizient der Konzern diese langfristigen Vorhaben in profitable Cashflows ummünzt, entscheidet über den weiteren Spielraum der Unternehmensbewertung.

Das Potenzial einer erfolgreichen Programmabwicklung

Befürworter eines positiven Szenarios verweisen auf die intakte Auftragslage und das daraus resultierende Erholungspotenzial. Auch auf Seiten der institutionellen Marktbeobachter bleibt das Vertrauen in die Substanz grundsätzlich bestehen.

BofA Securities stufte die Aktie am 1. Oktober weiterhin mit einer Kaufempfehlung ein, passte das Kursziel jedoch von 79,50 Euro auf 71,00 Euro an. Analyst David Holmes begründete diesen Schritt mit einer aktualisierten Sum-of-the-Parts-Bewertung.

Sollte es Leonardo gelingen, die erweiterten Fertigungskapazitäten wie in Sesto Calende zügig hochzufahren und die geplanten Zuliefervereinbarungen für die Zerstörer ohne Reibungsverluste zu finalisieren, könnten die Margen in den Hochtechnologiesegmenten weiter steigen.

Die Bündelung von Ingenieursleistung, Fertigung und Integration an einem zentralen Hub stärkt die Produktivität im Simulatorgeschäft. In Kombination mit den abrufbaren Optionen bei den Marineprogrammen bietet diese Konstellation die Grundlage dafür, dass sich der Titel mittelfristig wieder in Richtung der von Analystenseite avisierten Zielmarken bewegen kann.

Belastungsfaktoren durch Neubewertungen und Ausführungsrisiken

Auf der anderen Seite existieren greifbare Risiken, die eine vorsichtigere Haltung rechtfertigen. Die Anpassung des Kursziels durch BofA Securities verdeutlicht, dass die Bewertung der einzelnen Konzernbereiche am Markt kritischer hinterfragt wird. Wenn Analysten ihre Modelle für die Summe der Unternehmensteile nach unten korrigieren, deutet dies auf einen gedämpfteren Ausblick für einzelne Geschäftsbereiche hin.

Zudem bergen komplexe Rüstungsprojekte im Marine- und Elektroniksektor stets das Risiko zeitlicher Verzögerungen. Bei den geplanten Unteraufträgen für die DDX-Zerstörer handelt es sich um Absichtserklärungen und vertragliche Planungen innerhalb eines Gemeinschaftsunternehmens, die von der reibungslosen Koordination mit dem Partner abhängen.

Sollten sich die formalen Beauftragungen verzögern oder die optionalen Volumina von 480 Millionen Euro nicht in vollem Umfang abgerufen werden, bliebe der erhoffte Ergebnisschub hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommt der Umstand, dass Erweiterungen von Entwicklungsstandorten Vorabinvestitionen erfordern, die die Rentabilität belasten, solange die volle Auslastung noch nicht erreicht ist.

Wichtige Schwellen und anstehende Weichenstellungen

Für den weiteren Trend der Aktie zeichnen sich zwei Szenarien ab. Solange sich das Papier über seinem 52-Wochen-Tief von 43,53 Euro stabilisiert, bleibt das übergeordnete Fundament für eine Bodenbildung intakt. Auf diesem Niveau dürften die bestätigte Kaufempfehlung und der substantielle Anteil an nationalen Verteidigungsprojekten stützend wirken.

Kippt die Marktstimmung jedoch weiter und gerät die Marke um das Jahrestief unter Druck, droht eine Ausweitung der Bewertungskorrektur. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich Anzeichen für Verzögerungen bei der finalen Vertragsunterzeichnung über die Unteraufträge im Zerstörer-Programm verdichten sollten.

Als nächster operativer Katalysator gilt der formelle Abschluss dieser Vereinbarungen mit Orizzonte Sistemi Navali, der Klarheit über das tatsächliche Timing und das definitive Auftragsvolumen für Leonardo schaffen wird.

Anzeige

Leonardo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Leonardo-Analyse vom 7. Oktober liefert die Antwort:

Die neusten Leonardo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Leonardo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Leonardo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Leonardo Aktie

46,30 EUR

– 0,60 EUR -1,28 %
KGV 23,66
KUV 1,33
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,30 %
Marktkapitalisierung 26,72 Mrd. EUR
Ø Kursziel 69,41 EUR
ISIN: IT0003856405 WKN: A0ETQX

Community Forum zu Leonardo

Ähnliche Artikel

Seagate Aktie: Toshiba verdoppelt Festplatten-Kapazität bis 2027

Seagate Aktie: Toshiba verdoppelt Festplatten-Kapazität bis 2027

Halbleiter ·
Shell Aktie: Iran-Krieg füllt die Kasse

Shell Aktie: Iran-Krieg füllt die Kasse

Earnings ·
Mercedes-Benz Aktie: China drückt Absatz

Mercedes-Benz Aktie: China drückt Absatz

Auto & E-Mobilität ·
Porsche AG Aktie: Kursschwankungen nach Margenziel

Porsche AG Aktie: Kursschwankungen nach Margenziel

Auto & E-Mobilität ·
Erste Bank Aktie: Aktie verliert 4 Prozent

Erste Bank Aktie: Aktie verliert 4 Prozent

Banken & Versicherungen ·

Weitere Artikel zu Leonardo

Alle Artikel anzeigen
Ölpreis, Rüstungs-Ausverkauf und Speicherchips: Drei Geschichten, ein Tag

Ölpreis, Rüstungs-Ausverkauf und Speicherchips: Drei Geschichten, ein Tag

Rüstung & Luftfahrt ·
Leonardo Aktie: 12 M-346F für Indonesien

Leonardo Aktie: 12 M-346F für Indonesien

Rüstung & Luftfahrt ·
Leonardo Aktie: Michelangelo-Test in der Ukraine

Leonardo Aktie: Michelangelo-Test in der Ukraine

Rüstung & Luftfahrt ·
Leonardo Aktie: Photonic Technologies bis September 2026

Leonardo Aktie: Photonic Technologies bis September 2026

Rüstung & Luftfahrt ·
Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstung & Luftfahrt ·