Li-FT Power Aktie: 20 Millionen CAD Platzierung
Li-FT Power sammelt 20 Mio. CAD ein, um Renard-Kosten zu decken. Agnico-Tochter beteiligt sich, doch die Aktie bleibt volatil.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 8,89 Prozent
- Kapitalerhöhung über 20 Mio. CAD
- Agnico-Tochter als Ankerinvestor
- Kursziel der Analysten gesenkt
Nach dem heftigen Kursrutsch vom Vortag legt die Aktie von Li-FT Power heute kräftig zu und klettert um 8,89 Prozent. Wer aber glaubt, damit sei die Unsicherheit rund um den Lithium-Explorer vom Tisch, irrt aus meiner Sicht. Der Sprung fällt in eine Woche, in der das Unternehmen frisches Kapital einsammelt – und genau das dürfte den eigentlichen Ausschlag geben, nicht operative Fortschritte.
Die Kapitalerhöhung im Detail
Li-FT Power hat am Dienstag eine Vereinbarung für eine sogenannte „Bought Deal“-Platzierung mit Canaccord Genuity Corp. unterzeichnet. Ausgegeben werden 6,9 Millionen Stammaktien zu je 2,90 kanadischen Dollar, was Bruttoerlöse von 20.010.000 kanadischen Dollar bringen soll. Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption von weiteren 15 Prozent – ein klassisches Instrument, das die Verwässerung für Altaktionäre im Zweifel noch vergrößert. Der Handel der Aktie an der australischen Börse wurde am Mittwoch ausgesetzt, bis die formale Ankündigung der Kapitalerhöhung erfolgt ist. Der Abschluss der Transaktion ist für den 12. August vorgesehen, vorbehaltlich der Zustimmung der TSX Venture Exchange.
Für mich ist entscheidend, wofür das Geld fließen soll: Die Nettoerlöse sollen die Kosten für das erste Jahr der Instandhaltung des Renard-Minenstandorts im Rahmen der bestehenden Optionsvereinbarung decken – plus allgemeines Betriebskapital. Das klingt weniger nach Wachstumsfinanzierung als nach der Absicherung laufender Verpflichtungen. Wer eine Mine in Care-and-Maintenance hält, zahlt dafür, ohne Erträge zu generieren. Dass ein Unternehmen frisches Eigenkapital aufnimmt, um genau diese Kosten zu stemmen, spricht meiner Meinung nach eher für Vorsicht als für Euphorie.
Rückhalt von Agnico Eagle, aber auch Verwässerung
Ein Lichtblick: Avenir Minerals Limited, eine Tochtergesellschaft von Agnico Eagle Mines, wird der Platzierung Medienberichten zufolge im Rahmen einer bestehenden Investor-Rights-Vereinbarung voraussichtlich teilnehmen. Ein solventer Ankerinvestor aus dem Umfeld eines etablierten Minenkonzerns verleiht der Platzierung Substanz und dürfte für institutionelle Anleger ein Vertrauenssignal sein. Zugleich ändert das nichts daran, dass fast sieben Millionen neue Aktien plus mögliche Mehrzuteilung auf den Markt kommen – bei einer Marktkapitalisierung von aktuell 111,18 Millionen Euro ein Volumen, das ins Gewicht fällt.
Auf der operativen Seite gibt es durchaus Substanz, die die Story stützt. Ende Juni meldete Li-FT Power Ergebnisse aus 20 Bohrlöchern mit insgesamt 5.324 Metern am Yellowknife Lithium Project, darunter ein Spitzenabschnitt von 26 Metern mit 1,29 Prozent Li2O am BIG-East-Pegmatit – ein Wert, der für ein Lithium-Explorationsprojekt durchaus vorzeigbar ist. Im Mai schloss das Unternehmen zudem die Übernahme von Winsome Resources Limited über ein gerichtlich genehmigtes Scheme of Arrangement ab, und im Juli rückte Jeff Reinson, zuvor seit Februar Senior Vice President Development, zum Chief Operating Officer auf. Das Management baut also parallel Struktur und Projektportfolio aus, während die Finanzierungsseite unter Druck bleibt.
Analystenblick und mein Fazit
Anfang der Woche wurde das durchschnittliche Kursziel von Analysten, gebildet aus drei Schätzungen, um 7,0 Prozent auf 10,37 kanadische Dollar gesenkt – ein Hinweis darauf, dass auch die Beobachter des Titels ihre Erwartungen zurückschrauben, wenngleich die geringe Zahl der Schätzungen die Aussagekraft begrenzt.
Unterm Strich sehe ich bei Li-FT Power ein Unternehmen, das mit soliden Explorationsergebnissen und einem prominenten Ankerinvestor durchaus Substanz vorweisen kann, gleichzeitig aber wiederholt frisches Kapital braucht, um laufende Kosten zu decken. Der heutige Kursanstieg auf 2,02 Euro wirkt für mich wie eine technische Gegenbewegung nach dem Ausverkauf – der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von rund 64,56 Prozent zeigt, wie weit der Titel von seiner früheren Bewertung entfernt ist. Bevor sich daran etwas grundlegend ändert, dürfte die Aktie aus meiner Sicht volatil bleiben und stärker von der Kapitalmarktstory als von den Bohrergebnissen getrieben werden.
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