Li-FT Power Aktie: 26 Meter mit 1,29% Li2O in Yellowknife

Der Lithium-Explorer treibt Bohrungen und Management-Ausbau voran, während der Aktienkurs unter dem Sektordruck leidet.

Andreas Sommer ·
Geologische Bohrkernproben in einem Metallkasten auf einer Baustelle in der kanadischen Arktis. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Großes Bohrprogramm in Québec gestartet
  • Erfahrene Bergbau-Manager verpflichtet
  • Kaufoption auf stillgelegte Renard-Mine
  • Aktie trotz operativer Erfolge unter Druck

Ein Unternehmen, das operativ alles richtig macht, und trotzdem an der Börse abgestraft wird. Genau das erlebt Li-FT Power gerade. Der kanadische Lithium-Explorer meldet einen der größten Bohrfortschritte seiner Geschichte, holt sich hochkarätige Manager ins Haus – und der Kurs pendelt trotzdem zwischen Erholung und Kapitalflucht. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 2,29 Euro, nach einem Wochenplus von fast 14 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von knapp 19 Prozent zu Buche. Zwei Zahlen, ein Widerspruch.

Vom Entdecker zum Erschließer

Im Juli 2026 holte Li-FT Power zwei Führungskräfte an Bord, die für sich schon eine Ansage sind: Jeff Reinson als Chief Operating Officer und April Hayward als EVP für External Affairs und Strategic Partnerships. Das sind keine Explorations-Manager. Reinson kommt aus dem Großbergbau. Er soll keine neuen Vorkommen aufspüren – er soll Minen bauen.

Parallel dazu startete das Unternehmen ein Bohrprogramm mit 163 Bohrlöchern am Projekt Adina-Galinée in Québec, verteilt auf fast 39.000 Meter. Das ist kein Schuss ins Blaue. Es ist der systematische Versuch, die bestehende Ressourcenschätzung nach oben zu revidieren. Bei einer Marktkapitalisierung von 111 Millionen Euro ist das eine ambitionierte Kraftanstrengung – zumal die Aktie aktuell 28 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 3,18 Euro notiert.

Die Infrastruktur-Abkürzung

Der vielleicht cleverste Schachzug im Portfolio ist eine bindende Kaufoption auf das Gelände der stillgelegten Renard-Mine. In einer Zeit, in der Kapital für neue Verarbeitungsanlagen knapp ist, verschafft die Möglichkeit, bestehende Infrastruktur zu übernehmen, einen echten Vorteil. Aus einer gewaltigen Investitionshürde wird eine überschaubare Ingenieursaufgabe.

Das Flaggschiff-Projekt in Yellowknife in den Nordwest-Territorien liefert unterdessen weiter hochgradige Bohrergebnisse, zuletzt 26 Meter mit 1,29 Prozent Li2O. Der Markt schaut trotzdem woanders hin. Lithiumkarbonat ist diese Woche auf ein Fünf-Monats-Tief von rund 143.000 Yuan pro Tonne gefallen, getrieben von Werksneustarts in Australien und China. Genau dieses Überangebot-Narrativ hält Li-FT Power fast 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,70 Euro fest.

Wer hält länger durch?

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 74 Prozent ist diese Aktie nichts für schwache Nerven. Auf Zwölf-Monats-Sicht steht dennoch ein Plus von fast 66 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Li-FT Power viele Wettbewerber im Sektor deutlich hinter sich gelassen hat, auch wenn das laufende Jahr bislang negativ verläuft.

Der RSI von 40,7 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin, ohne die Panik des vergangenen Herbstes zu erreichen, als die Aktie bei 1,25 Euro ihr Jahrestief markierte. Die Distanz zum 50-Tage-Durchschnitt zeigt eine Lücke: Das Unternehmen kommt operativ voran, die Stimmung am Markt hinkt hinterher.

Bleibt die Frage, wer diesen Wettlauf gewinnt – das Bohrprogramm in Québec oder die Lithiumpreise in China? Sollte sich das Überangebot in den kommenden Monaten auflösen, während gleichzeitig die Ressourcenschätzung in Adina-Galinée wächst, könnte sich die Bewertungslücke schließen. Bis dahin bleibt Li-FT Power das, was der Sektor gerade schmerzhaft vorführt: ein fundamental fortschrittliches Unternehmen, das auf einen Markt wartet, der wieder an Lithium glaubt.

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Li-FT Power Aktie

1,64 EUR

– 0,05 EUR -2,96 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 168,96 Mio. EUR
Ø Kursziel 12,02 CAD
ISIN: CA53000A1066 WKN: A3DQFE

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