Lockheed: 4.300 JASSM-Raketen für 20,2 Milliarden

Trotz Milliardenaufträgen für Raketen leidet Lockheed Martin unter Margendruck. Die Aktie verliert an Wert, der Ausblick bleibt stabil.

Redaktion Stock-World ·
Lockheed Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordhoher Auftragsbestand von 186 Milliarden Dollar
  • Umsatz stagniert, operative Marge schrumpft
  • US-Luftwaffe bestellt tausende JASSM-Marschflugkörper
  • Aktienkurs fällt um 15 Prozent in vier Wochen

Lockheed Martin sitzt auf Rekordaufträgen. Die Bücher füllen sich mit Milliarden für neue Raketensysteme. An der Börse herrscht trotzdem Katerstimmung. Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen rund 15 Prozent an Wert verloren. Der Rüstungskonzern kämpft aktuell mit sinkenden Margen.

Schwaches Quartal drückt auf die Stimmung

Im ersten Quartal 2026 verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz stagnierte bei rund 18 Milliarden US-Dollar. Auch der Gewinn je Aktie lag mit 6,44 Dollar unter den Schätzungen.

Die Profitabilität leidet spürbar. Die operative Marge schrumpfte im Jahresvergleich. Der freie Cashflow rutschte sogar tief in den negativen Bereich ab. Das Management verzeichnete hier ein Minus von 291 Millionen Dollar.

Der Aktienkurs reagierte prompt auf die Zahlen. Aktuell pendelt das Papier um die Marke von 441 Euro. Damit notiert der Titel knapp unter seiner 200-Tage-Linie.

Milliarden für neue Raketen

Das operative Geschäft erzählt eine völlig andere Geschichte. Die US-Luftwaffe füllt ihre Bestände massiv auf. Sie bestellt fast 4.300 Marschflugkörper vom Typ JASSM. Das Gesamtvolumen dieses Programms schätzen Experten auf gut 20 Milliarden Dollar.

Der Beschaffungsplan erstreckt sich über mehrere Jahre:
* Geschäftsjahr 2026: 381 Einheiten für 818 Millionen Dollar.
* Geschäftsjahr 2027: 821 Einheiten für rund zwei Milliarden Dollar.
* Langfristig: Jährlich etwa 860 Einheiten bis 2031.

Auch international wächst die Nachfrage nach Langstreckenwaffen. Australien investiert umgerechnet 1,5 Milliarden Dollar in HIMARS-Systeme und Präzisionsraketen. Das Land baut damit in den nächsten zehn Jahren ein zweites Artillerieregiment auf.

Volle Auftragsbücher stützen den Ausblick

Insgesamt wuchs der Auftragsbestand auf fast 186 Milliarden Dollar an. Ein klares Plus zum Vorjahr. Der Vorstand hält daher an seiner Jahresprognose fest.

Lockheed Martin will die Produktion von Patriot-Raketen deutlich hochfahren. In wenigen Jahren sollen jährlich 2.000 Stück vom Band rollen. Analysten bewerten die Aktie angesichts dieser Pläne unterschiedlich.

Diskontierungsmodelle sehen den fairen Wert deutlich unter dem aktuellen Kurs. Andere Experten halten das Papier für leicht unterbewertet. Institutionelle Investoren wie D.A. Davidson stocken ihre Positionen jedenfalls weiter auf. Die prall gefüllten Auftragsbücher sichern dem Konzern langfristig berechenbare Einnahmen.

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Lockheed Martin Aktie

450,10 EUR

– 1,70 EUR -0,38 %
KGV 18,90
KUV 1,57
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 2,63 %
Marktkapitalisierung 119,91 Mrd. USD
Ø Kursziel 637,84 USD
ISIN: US5398301094 WKN: 894648

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