Lockheed Aktie: 65 Milliarden neue Aufträge im Q2
Lockheed Martin übertrifft Quartalserwartungen deutlich und hebt Prognose an. Rekordauftragsbestand von 230 Milliarden US-Dollar stützt das Wachstum.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal
- Rekordhoch beim Auftragsbestand erreicht
- Jahresprognose für Umsatz und Cashflow angehoben
- Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat gestern mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Getrieben durch eine massive Nachfrage nach Verteidigungssystemen und einen beispiellosen Auftragsbestand hob das Management zudem die Ziele für das Gesamtjahr an. Im deutschen Handel reagierte das Papier am Freitag mit einem deutlichen Plus von 2,54 Prozent und schloss bei 511,80 Euro.
Auftragsboom durch Raketenabwehr und Rekord-Backlog
Die Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal unterstreichen die aktuelle Sonderkonjunktur in der Verteidigungsindustrie. Lockheed Martin steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 20,1 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit rund 19,3 bis 19,4 Milliarden US-Dollar gerechnet. Noch deutlicher fiel die Überraschung beim Gewinn aus: Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 7,94 US-Dollar, was die Konsensschätzungen von etwa 7,22 US-Dollar um mehr als zehn Prozent übertraf.
Besonders beeindruckend zeigt sich die Entwicklung des Auftragsbestands, der mit 230 Milliarden US-Dollar ein neues Rekordniveau erreichte. Allein im zweiten Quartal verbuchte der Konzern neue Bestellungen im Wert von 65 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber war der Abschluss eines neuen Siebenjahresvertrags für das Raketenabwehrsystem THAAD mit einem Volumen von rund 35 Milliarden US-Dollar. Dieser Kontrakt sieht vor, die Produktionskapazitäten auf jährlich 400 Abfangraketen zu vervierfachen. Zusätzlich sicherten Großaufträge für die Systeme GMLRS (3 Milliarden US-Dollar) und HIMARS (1,1 Milliarden US-Dollar) die langfristige Auslastung der Werke.
Strategiewechsel und angehobene Jahresziele
Unter der Führung von CEO Jim Taiclet verfolgt Lockheed Martin zunehmend eine Strategie, Produktionskapazitäten und Waffensysteme bereits vor dem offiziellen Eingang staatlicher Aufträge zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist das Drohnenabwehrsystem Sanctum, das innerhalb von nur 45 Tagen vom Konzept bis zum ersten Live-Test geführt wurde. Durch diese Vorleistungen will der Konzern schneller auf die Anforderungen moderner Konfliktszenarien reagieren können. Parallel dazu wurde die Übernahme von Ultra Maritime vorangetrieben, was laut Medienberichten dazu führen könnte, dass Aktienrückkäufe nach Abschluss der Transaktion wieder verstärkt in den Fokus rücken.
Aufgrund der starken operativen Dynamik hob Lockheed Martin die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Das Unternehmen erwartet nun einen Jahresumsatz im Mittelpunkt von 80,75 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow soll sich in einer Spanne zwischen 7,0 und 7,2 Milliarden US-Dollar bewegen, nachdem er im zweiten Quartal mit rund 2,9 Milliarden US-Dollar bereits eine signifikante Erholung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 150 Millionen US-Dollar gezeigt hatte.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Analysten bewerteten den Quartalsbericht überwiegend optimistisch. Die Experten der Citigroup erhöhten ihr Kursziel für die Aktie von 582 auf 641 US-Dollar und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Morgan Stanley nannte ein Ziel von 690 US-Dollar. Die Analysten von RBC hoben ihr Kursziel zwar von 575 auf 600 US-Dollar an, mahnten jedoch, dass die konsequente operative Umsetzung des massiven Auftragsbestands nun die entscheidende Herausforderung für das Management bleibe.
Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert der Wert aktuell noch mit einem Abstand von 16,92 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 2. März 2026 bei 616,00 Euro markiert wurde. Neben dem operativen Wachstum punktet der Konzern bei Anlegern weiterhin mit seiner Dividendenpolitik: Die Quartalsausschüttung von 3,45 US-Dollar pro Aktie entspricht einer annualisierten Dividende von 13,80 US-Dollar.
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