Lockheed Martin Aktie: Heikle F-35-Panne
Der Verlust beschichteter F-35-Komponenten löst Forderungen nach einer Pentagon-Prüfung der Lieferkette aus.

Kurz zusammengefasst
- F-35-Teile gelangten in chinesischen Besitz
- Senator Cotton fordert Pentagon-Prüfung
- Taiwan wartet auf 66 F-16V-Jets
- Lockheed-Martin-Aktie notiert unter 515 Dollar
Ausgerechnet Bauteile des modernsten Kampfjets der USA landen in chinesischen Händen. Ein Senator schaltet sich ein. Für Lockheed Martin ist das ein Imageproblem, das über eine einzelne Fehlleitung hinausgeht.
Stealth-Technologie auf Abwegen
Sensible Komponenten eines F-35-Stealth-Jets sind über einen UPS-Frachtflug nach Hongkong umgeleitet worden und schließlich in chinesischen Besitz gelangt. Betroffen waren eine Cockpit-Haube und eine Tür für den Waffenschacht — beide mit spezieller radarabsorbierender Beschichtung versehen. Die Teile befanden sich eigentlich auf dem Weg von Australien zur Wartung in die USA.
Senator Tom Cotton, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Senat, fordert nun vom Pentagon eine Überprüfung der Lieferkette. Sein Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth verlangt schärfere Vorgaben für Sendungsverfolgung, Routenfreigaben und den Schutz vor Transit durch fremde Jurisdiktionen.
Beobachter betonen: Die verlorenen Teile liefern keine Bauanleitung für ein komplettes Flugzeug, geben ausländischen Geheimdiensten aber wertvolle Einblicke in die Stealth-Materialien selbst.
Lockheed Martin trägt als Hauptauftragnehmer die operative Verantwortung für die globale F-35-Lieferkette — ein Programm mit einem Gesamtwert von rund 1,7 Billionen Dollar über seine Laufzeit.
Kongress-Kontrolleure hatten schon zuvor wiederholt Mängel bei der Bestandsverfolgung und verlorene Ersatzteile an internationalen Verteilerknoten kritisiert. Die aktuelle Episode fällt zudem in eine politisch heikle Phase: Sie wird bekannt, kurz nachdem Präsident Trump Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington empfangen hat.
Taiwan wartet weiter auf F-16V
Parallel dazu bleibt ein anderes Kapitel offen: die Lieferung von 66 F-16V-Kampfjets an Taiwan, bestellt bereits 2019. Taiwans Verteidigungsminister Wellington Koo bestätigte, man stehe in fortlaufenden Gesprächen mit den USA und habe seit dem Xi-Trump-Gipfel wiederholt Zusicherungen erhalten, dass sich die US-Taiwan-Politik nicht geändert habe.
Die ersten beiden Maschinen sollen sich bereits in Hawaii befinden, wo sie auf ihren Auslieferungsflug warten — konkrete Termine nannte Koo nicht, sprach aber von „Ausgleichsmaßnahmen“ wegen der Verzögerung.
Die Kombination aus Lieferkettenpanne und politisch verzögerten Auslandsverkäufen zeigt, wie eng Lockheed Martins Geschäft mit geopolitischen Spannungen verwoben ist. Für das Unternehmen selbst äußerte sich bislang niemand offiziell zu den Vorwürfen.
Die Aktie gab zuletzt leicht nach, unter der Marke von 515 Dollar. Ob der Pentagon-Bericht zu Cottons Anfrage neue Auflagen für die F-35-Logistik nach sich zieht, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen — die Antwort aus dem Verteidigungsministerium steht noch aus.
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