Lockheed Martin Aktie: Zehn Jahre Planungssicherheit
Lockheed Martin meldet höhere Quartalswerte und hebt die Jahresprognose an; der Zehnjahresvertrag benötigt noch Kongresszustimmung.

Kurz zusammengefasst
- Mindestens 850 F-35-Jets im Rahmenvertrag
- Kongresszustimmung zum Paket steht noch aus
- Drittes Quartal mit Umsatzplus von elf Prozent
- Jahresziele für Erlös und Gewinn angehoben
Ein Rahmenvertrag über mindestens 850 F-35-Jets, dazu eine angehobene Jahresprognose: Lockheed Martin liefert am Donnerstag gleich zwei Kurstreiber. Die Aktie sprang nach Börsenstart zeitweise um zehn Prozent nach oben und notierte zuletzt rund 6,6 Prozent im Plus bei 588,89 Dollar.
Der Auftrag: Rahmen statt Einzelbestellung
Das US-Kriegsministerium bestellt über zehn Jahre mindestens 850 Maschinen, inklusive anfänglicher Ersatzteile und Spezialausrüstung. Das teilten Unternehmen und Ministerium gemeinsam mit. Die Konditionen, darunter die Preise, sollen in den kommenden Monaten festgezurrt werden. Zudem muss der US-Kongress dem Paket noch zustimmen.
Konzernchef Jim Taiclet spricht von größerer Verlässlichkeit. Der Vertrag erlaube es, in Vorleistung zu gehen und die Produktionskapazität auszubauen. Das Ministerium nennt den Ansatz grundlegend neu: Finanzielle Anreize und tatsächliche Leistung seien in Einklang gebracht worden. Lockheed selbst investiert zunächst mindestens 7 Milliarden Dollar in das Vorhaben.
Starkes drittes Quartal, höhere Ziele
Die Zahlen untermauern die Stimmung. Der Umsatz legte im dritten Quartal um 11 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn stieg um 14 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar.
Taiclet hob daraufhin die Jahresziele an. Der Erlös soll nun 80 bis 82 Milliarden Dollar erreichen, an beiden Enden der Spanne je 250 Millionen Dollar mehr als zuvor. Beim Gewinn je Aktie peilt der Konzern 30,35 bis 30,75 Dollar an.
Europäische Rüstungswerte folgen nicht
Auffällig: Die Kursfreude schwappt nicht über den Atlantik. Rheinmetall gab zeitweise knapp ein Prozent auf 1.010,40 Euro nach. Auch Renk und Hensoldt verloren bis zu rund zwei Prozent, TKMS lag leicht im Minus. Ein Sogeffekt für die deutschen Titel blieb damit aus.
Der nächste greifbare Schritt liegt in Washington: Sobald Preise und Konditionen des F-35-Rahmens verhandelt sind, muss der Kongress zustimmen. Erst dann zeigt sich, wie belastbar das Zehn-Jahres-Paket tatsächlich ist.
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