Lockheed Martin- vs. Northrop Grumman-Aktie: Showdown im Rüstungs-Superzyklus

Lockheed Martin punktet mit Rekordauftragsbestand und Dividende, während Northrop Grumman mit Technologieführerschaft Allzeithochs erreicht. Ein Vergleich der Fundamentaldaten und Strategien.

Kurz zusammengefasst:
  • Lockheed Martin mit Rekordauftragsbestand von 194 Mrd. USD
  • Northrop Grumman notiert auf frischen Allzeithochs
  • Divergierende Strategien: Volumen vs. Technologie
  • Beide Unternehmen übertreffen Quartalserwartungen

Der globale Verteidigungssektor befindet sich Anfang 2026 in einem historischen Superzyklus, wie ihn die Branche seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Während geopolitische Spannungen an gleich mehreren Fronten weltweit hochkochen und die US-Regierung einen Verteidigungshaushalt vorschlägt, der bis zum Fiskaljahr 2027 auf atemberaubende 1,5 Billionen US-Dollar anschwellen könnte, stehen die großen Rüstungskonzerne im Rampenlicht der Wall Street. Für Anleger spitzt sich die Debatte oft auf ein Duell der Schwergewichte zu: Lockheed Martin gegen Northrop Grumman.

Während Lockheed Martin (LMT) mit seinem massiven F-35-Programm der unangefochtene Umsatzkönig bleibt, hat sich Northrop Grumman (NOC) eine unverzichtbare Nische in der strategischen Abschreckung und im Weltraum erobert. Beide Aktien glänzten zuletzt mit starken Quartalszahlen, doch ihre Investitionsprofile entwickeln sich zunehmend auseinander. Dieser Vergleich stellt die beiden Rüstungsgiganten direkt gegenüber: Wer bietet im Februar 2026 die bessere strategische Position für das Depot?

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Strategie-Check: Luftüberlegenheit oder nukleare Abschreckung?

Obwohl beide Konzerne primär den Pentagon als Hauptkunden bedienen, könnten ihre Schwerpunkte kaum unterschiedlicher sein. Hier prallen zwei Philosophien aufeinander.

Lockheed Martin ist der größte Rüstungskonzern der Welt und wird oft vereinfacht als „Kampfjet-Firma“ bezeichnet. Das Luftfahrt-Segment, angeführt vom Tarnkappenjet F-35 Lightning II, generiert rund 40 Prozent des Umsatzes. Doch LMT ist längst mehr als nur Flugzeugbau. Die Sparte Missiles and Fire Control (MFC) hat sich zu einem kritischen Wachstumsmotor entwickelt. Systeme wie die PAC-3- und THAAD-Abfangraketen oder die HIMARS-Werfer erleben eine beispiellose Nachfrage. Die Konflikte in Osteuropa und dem Nahen Osten haben gezeigt: Konventionelle Feuerkraft ist wieder gefragt, und Lockheed liefert die Munition dafür.

Northrop Grumman hingegen positioniert sich als technologischer Vordenker in der „strategischen Abschreckung“ und im Weltraum. Das Portfolio ist deutlich stärker auf Technologie der nächsten Generation ausgerichtet als auf bestehende Plattformen. Das Unternehmen setzt derzeit zwei der wichtigsten Programme des Pentagons um: den B-21 Raider Tarnkappenbomber und die Sentinel ICBM (die bodengestützte strategische Abschreckung). Zudem ist Northrops Raumfahrtsparte ein dominierender Akteur bei Satellitenkonstellationen und Trägerraketen. Damit wettet das Unternehmen direkt auf die zunehmende Militarisierung des Weltraums.

Der Zahlen-Check: Wer hat die besseren Karten?

Beide Unternehmen haben Ende Januar 2026 ihre Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Ein Blick auf die Fundamentaldaten offenbart interessante Divergenzen.

KennzahlLockheed Martin (LMT)Northrop Grumman (NOC)
Marktkapitalisierung~146,4 Mrd. USD~100,1 Mrd. USD
Aktienkurs~634,00 USD~705,50 USD (Nahe Allzeithoch)
KGV (Trailing)~29,5x~24,2x
Dividendenrendite2,10 %1,35 %
Umsatzwachstum (2025)+6,0 %+4,0 %
Auftragsbestand194 Mrd. USD (Rekord)~84 Mrd. USD
Umsatzprognose 202677,5 Mrd. – 80,0 Mrd. USD43,5 Mrd. – 44,0 Mrd. USD
Op. Marge~11,5 %~10-11 %

Analyse: Lockheed Martin bietet mit einer Rendite von über 2 Prozent das attraktivere Einkommensprofil, was besonders Dividendenjäger ansprechen dürfte. Northrop Grumman hingegen zeigt eine deutlich stärkere Kursdynamik und markierte im Februar 2026 frische Allzeithochs. Bewertungstechnisch handelt LMT mit einem Aufschlag beim KGV. Dies spiegelt den Status als „sicherer Hafen“ und die enorme Sichtbarkeit der Cashflows durch den gigantischen Auftragsbestand von 194 Milliarden US-Dollar wider.

News-Ticker: Was bewegt die Kurse diese Woche?

Die Nachrichtenlage Ende Januar und Anfang Februar 2026 war für beide Aktien entscheidend und hat die Weichen für die kommenden Monate gestellt.

Lockheed Martin: Produktionshochlauf und Gewinnüberraschung
Am 29. Januar 2026 meldete Lockheed Martin Q4-Ergebnisse, die die Erwartungen der Analysten übertrafen: Ein Gewinn pro Aktie (EPS) von 5,80 USD (erwartet: 5,75 USD) bei einem Umsatz von 20,3 Milliarden USD. Die Aktie sprang daraufhin um über 5 Prozent an.
* Schlüsselentwicklung: Das Unternehmen verkündete eine Rahmenvereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium, um die Produktionskapazität für THAAD-Abfangraketen zu vervierfachen. Dies signalisiert einen strategischen Wechsel vom bloßen „Lagerabbau“ hin zu einer massiven „Wiederauffüllung der Bestände“, was direkt der Raketensparte zugutekommt.
* Umsatzwachstum: Der Jahresumsatz 2025 erreichte 75 Milliarden USD, ein Plus von 6 Prozent. Dies bestätigt, dass das Management die Lieferkettenengpässe der Vergangenheit erfolgreich überwunden hat.

Northrop Grumman: Allzeithochs dank strategischer Siege
Auch Northrop Grumman lieferte am 30. Januar einen starken Bericht ab und meldete ein EPS von 7,23 USD gegenüber einer Prognose von 6,99 USD.
* Marktreaktion: Die Aktie kletterte am 3. Februar 2026 auf ein neues Allzeithoch von 705,50 USD. Investoren feierten vor allem die Fähigkeit des Unternehmens, die Margen trotz des Kostendrucks beim komplexen B-21-Programm stabil zu halten.
* Weltraum & Raketen: Northrop betonte die anhaltende Nachfrage nach Feststoffraketenmotoren – eine kritische Komponente sowohl für militärische Raketen als auch für Trägerraketen. Der Ausblick für 2026 deutet auf ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich hin, gestützt durch die reifende B-21-Produktionslinie.

Branchenweiter Kontext:
Beide Unternehmen navigieren durch ein komplexes politisches Umfeld. Berichte von Anfang Februar deuten darauf hin, dass die US-Regierung Druck auf die Rüstungskonzerne ausübt, Kapitalinvestitionen (CapEx) für den Fabrikausstoß gegenüber Aktienrückkäufen zu priorisieren. Während dies kurzfristig den Free Cashflow belasten könnte, zementiert es langfristig die Einnahmequellen.

Ausblick: Wo liegt das größere Potenzial?

Lockheed Martin: Das Volumen-Monster
Die Strategie von LMT für den Zeitraum 2026-2027 lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Volumen. Da der F-35 mittlerweile breitflächig von der NATO und verbündeten Nationen adoptiert wurde (einschließlich jüngstem Interesse aus Mexiko für C-130 Transporter), ist der Exportmarkt robust wie nie. Der primäre Katalysator ist jedoch das Raketensegment. Da die globalen Lagerbestände an Patriots und GMLRS (gelenkte Raketen) aufgefüllt werden müssen, laufen Lockheeds hochmargige Produktionslinien an der Kapazitätsgrenze. Die Prognose von bis zu 80 Milliarden USD Umsatz für 2026 zeugt von großem Vertrauen in die Stabilisierung der Lieferkette.

Northrop Grumman: Die Technologie-Wette
NOC spielt ein langfristiges Spiel. Der B-21 Raider soll erst später in diesem Jahrzehnt in Dienst gestellt werden, doch der Umsatzhochlauf findet bereits jetzt statt. Northrops Engagement im Sentinel-Programm (Ersatz für die Minuteman III) ist ein massiver, wenn auch politisch umstrittener Umsatztreiber, der über seinen Lebenszyklus hunderte Milliarden schwer ist. Darüber hinaus ist Northrop der Hauptprofiteur des neuen „Wettlaufs im All“. Das Unternehmen entwickelt Satellitenarchitekturen zur Raketenwarnung und -verfolgung, die zum Standard für die US Space Force werden.

Chancen und Risiken im direkten Vergleich

UnternehmenChancen (Upside)Risiken (Downside)
Lockheed Martin• Dominanz bei taktischen Raketen (HIMARS, JASSM)
• F-35 Cashflows (über Jahrzehnte gesichert)
• Höheres Potenzial für Dividendenwachstum
• Kostenüberschreitungen bei F-35 Triebwerks-Upgrades
• Regulatorischer Druck wegen „Preiswucher“
• Inflationsrisiken bei Festpreisverträgen
Northrop Grumman• Monopol auf Next-Gen Tarnkappenbomber (B-21)
• Hohe Exposition gegenüber Space Force Budget
• Langfristigkeit des Sentinel-Programms
• Strenge Prüfung der Sentinel-Kosten/Verzögerungen
• Niedrigere Dividendenrendite im Vergleich
• Ausführungsrisiko bei komplexer neuer Technologie

Charttechnik: Was sagen die Kurven?

  • LMT: Die Aktie brach nach den Q4-Zahlen aus einer Konsolidierungsformation aus und überwand den Widerstand bei 630 USD. Aktuell notiert sie über ihren 50-Tage- und 200-Tage-Linien, was einen klaren Aufwärtstrend signalisiert. Eine solide Unterstützung hat sich bei 600 USD gebildet, während die nächsten Ziele bei den vorherigen Hochs nahe 645 USD liegen.
  • NOC: Der Titel handelt im „Blue Sky“-Territorium auf Allzeithochs (über 705 USD). Der Relative-Stärke-Index (RSI) nähert sich jedoch überkauften Niveaus, was auf eine potenzielle kurzfristige Konsolidierung oder einen Rücksetzer hindeuten könnte. Das starke Handelsvolumen, das den Ausbruch begleitete, bestätigt jedoch die Überzeugung der institutionellen Anleger.

Fazit: Wer gewinnt das Depot-Duell?

Die Wahl zwischen Lockheed Martin und Northrop Grumman im Jahr 2026 hängt stark vom Zeithorizont und der Risikobereitschaft des Anlegers ab.

Lockheed Martin bleibt die Festung im Portfolio. Die Aktie bietet eine überlegene Dividendenrendite, einen rekordverdächtigen Auftragsbestand von 194 Milliarden USD und profitiert unmittelbar von der globalen Aufrüstung, die jetzt gerade stattfindet (Raketen und Munition). LMT ist die klassische „Cash Cow“ des Sektors, die Stabilität verspricht.

Northrop Grumman ist der Wachstumsmotor. Mit seiner Führungsrolle im Weltraum und bei der strategischen Abschreckung (Modernisierung der nuklearen Triade) ist der Konzern besser für die Kriege der Zukunft positioniert als für die Konflikte von heute. Der jüngste Ausbruch auf Allzeithochs spiegelt die Bereitschaft des Marktes wider, für diesen langfristigen technologischen Burggraben einen Aufschlag zu zahlen.

Für ein ausgewogenes Verteidigungs-Portfolio gilt: Lockheed liefert den Boden, während Northrop die Decke bietet. Aktuell zeigt Northrop das stärkere Preismomentum, doch Lockheed punktet bei konservativen Anlegern mit den besseren Bewertungskennzahlen.

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