LPKF Laser Aktie: 10-Prozent-Sturz auf 24,90 Euro
Trotz Kurssprung von über 314 Prozent erhöht Voleon die Short-Position auf 2,13 Prozent. Operative Schwäche und hohe Bewertung stehen im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Short-Position auf 2,13 Prozent erhöht
- Umsatz bricht um 32 Prozent ein
- Auftragseingang steigt um 18 Prozent
- Kurs fällt nach Rally um zehn Prozent
Während LPKF Laser an der Börse eine der spektakulärsten Rallys des Jahres hinlegt, baut ein Hedgefonds seine Wette gegen den Laserspezialisten systematisch aus. Der Widerspruch zwischen Kurseuphorie und fundamentaler Schwäche wird schärfer.
Voleon setzt immer aggressiver gegen LPKF
Voleon Capital Management hat seine Short-Position bei LPKF erneut erhöht — von 2,02 auf 2,13 Prozent, nur einen Tag nach der letzten Meldung vom 22. Mai 2026. Der Aufbau läuft seit Ende April: Damals überschritt der Fonds erstmals die Meldeschwelle von 0,5 Prozent, seitdem ist die Position von 1,70 auf über 2,13 Prozent gewachsen.
Voleon ist nicht allein. Marshall Wace ist ebenfalls auf der Bärenseite aktiv, Voleons Netto-Short-Position liegt laut Bundesanzeiger bei 1,81 Prozent. Der spekulative Druck wächst — gegen eine Aktie, die seit Jahresbeginn um mehr als 314 Prozent gestiegen ist und damit zu den auffälligsten Bewegungen im deutschen Nebenwertesegment gehört.
Brüchiges Fundament, starker Auftragseingang
Das operative Bild liefert den Leerverkäufern Argumente. Im ersten Quartal brach der Umsatz um 32,4 Prozent auf 17,1 Millionen Euro ein — belastet durch die anhaltende Schwäche im Solarsegment. Der EBIT-Verlust weitete sich auf minus 6,9 Millionen Euro aus, nach minus 3,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der freie Cashflow verbrannte weitere 7,6 Millionen Euro.
Das Management hält trotzdem am Jahresziel fest: Konzernumsätze zwischen 105 und 120 Millionen Euro, EBIT-Marge zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent. Potenzielle Großaufträge aus dem Bereich Advanced Semiconductor Packaging sind darin noch nicht eingerechnet.
Das Gegenargument liefert der Auftragseingang. Der stieg im ersten Quartal um 18 Prozent auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio kletterte auf 1,4. LPKFs LIDE-Technologie zur Präzisionsglasbearbeitung befindet sich bei mehreren Chip-Industrie-Kunden in der Testphase. Der KI-getriebene Bedarf nach kompakteren Chip-Packages ist real — und LIDE ist kein Laborprojekt mehr, sondern steht vor möglichen ersten Produktionsaufträgen.
Squeeze-Risiko und der nächste Prüfstein
Der heutige Kursrückgang von über 10 Prozent auf 24,90 Euro zeigt, wie fragil die Rally ist. Die Aktie notiert dennoch rund 66 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt — ein Niveau, das Short-Seller als überhitzt werten dürften, das aber auch das Risiko eines Short Squeeze birgt. Steigt der Kurs weiter, könnten Leerverkäufer zum Eindecken gezwungen werden.
Operativ läuft das Restrukturierungsprogramm „North Star“: Produktion in Suhl konsolidiert, Standort Fürth geschlossen, Konsortialkreditabkommen vorzeitig bis 2028 verlängert. Für 2026 rechnet LPKF mit außergewöhnlichen Restrukturierungskosten von 3 bis 4 Prozent des Umsatzes.
Am 4. Juni steht die Hauptversammlung an. Der Halbjahresbericht im Juli wird dann zeigen, ob der robuste Auftragseingang tatsächlich in Umsatz mündet — und welche Seite der Wette recht behält.
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