LPKF Laser Aktie: 28% Absturz in einer Woche

LPKF-Aktionäre fordern Strategiewechsel und verweigern Vorstandsentlastung. Kurssturz und operative Schwäche belasten den Laserspezialisten.

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Ein roter Pfeil zeigt scharf nach unten und durchbricht eine zerbrochene Glasscheibe mit einem Laserglühen. Im Hintergrund eine Leiterplatte. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gegenanträge gegen Vorstandsentlastung eingereicht
  • Kursverlust von über 28 Prozent in einer Woche
  • Umsatzrückgang um 32,4 Prozent im ersten Quartal
  • Auftragseingang steigt auf 24,1 Millionen Euro

LPKF Laser & Electronics steht vor einer Kraftprobe. Gegenanträge gegen die Vorstandsentlastung, ein drohender Strategiewechsel und ein Kursabsturz von über 28 Prozent in sieben Tagen — die Hauptversammlung am 10. Juni in Hannover wird zum offenen Kräftemessen zwischen Management und Teilen der Aktionärsbasis.

Frontalangriff auf „North Star“

Aktionäre haben Gegenanträge eingereicht und stellen damit das Sanierungsprogramm von CEO Klaus Fiedler direkt infrage. „North Star“ zielt auf Kostensenkungen und eine zweistellige operative Marge bis 2028. Die Gegenseite fordert stattdessen eine sofortige Kapitalerhöhung, um die Vermarktung von Laser Induced Deep Etching voranzutreiben — eine Technologie für Glassubstrate in der Chipfertigung, die weiterhin in der Kundentest-Phase steckt.

Ein Gegenantrag verlangt, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Stattdessen soll das Unternehmen im Advanced-Packaging-Markt aggressiver wachsen. Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.

Halbleiter-Expertise für den Aufsichtsrat

Parallel zur Strategiedebatte steht ein Personalwechsel im Aufsichtsrat zur Abstimmung. Stellvertretender Vorsitzender Dr. Dirk Michael Rothweiler tritt nicht mehr an. Als Nachfolger ist Dr. Arne Schneider vorgeschlagen — Vorstandschef von Elmos Semiconductor, mit Mandat bis 2029.

Schneider bringt Branchenerfahrung im Halbleitergeschäft sowie Kenntnisse in Rechnungslegung und Abschlussprüfung mit. LPKF richtet seine Strategie stärker auf Halbleiteranwendungen aus, insbesondere auf Glasbearbeitung für Advanced Packaging. Die Wahl soll die Ambitionen institutionell verankern.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Wahl des Abschlussprüfers für 2026 sowie eine Satzungsänderung, die Hauptversammlungen künftig auch im 50-Kilometer-Radius um den Unternehmenssitz erlaubt.

Operative Schwäche trifft auf Kurskorrektur

Der Aktionärsstreit fällt in eine Phase deutlicher Kursschwäche. Vom Jahrestief bei 5,35 Euro auf 29,20 Euro — dann der Absturz. Die Aktie notiert aktuell bei 20,90 Euro, ein Minus von 4,57 Prozent zum Freitag. Binnen einer Woche verlor der Titel über 28 Prozent.

Der operative Hintergrund liefert wenig Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 17,1 Millionen Euro — ein Rückgang von 32,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro, nach minus 3,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Haupttreiber war das eingebrochene Solarsegment. Kunden halten sich mit Investitionen zurück, weil sich die Branche technologisch in Richtung Perowskit-Zellen bewegt.

Ein positives Gegenzeichen liefert der Auftragseingang: Er stieg auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4 — mehr Bestellungen als ausgelieferter Umsatz. Potenzielle Großaufträge aus dem Advanced-Semiconductor-Packaging-Bereich sind in der Jahresprognose nicht enthalten. Das Unternehmen spricht mit mehreren Kunden über erste Produktionsaufträge und erwartet Abschlüsse noch im zweiten Quartal 2026.

Eine Dividende ist nicht vorgesehen. Der Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro wird vollständig vorgetragen.

Für das Gesamtjahr hält das Management an seiner Planung fest: LPKF erwartet einen Konzernumsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent.

Kommerzialisierung frühestens 2027

Das Management erwartet erste Produktionsaufträge noch im zweiten Quartal 2026. Der Zeitpunkt hängt nicht allein von LPKF ab — Kunden müssen nachgelagerte Prozessschritte selbst qualifizieren. Ein breiter Hochlauf startet frühestens 2027, die Phase mit hohen Stückzahlen erst ab 2029.

Die Hauptversammlung am 10. Juni wird zeigen, ob die Aktionärsbasis dem Vorstand das Vertrauen ausspricht — oder ob die Forderung nach einer Kapitalerhöhung eine Mehrheit findet.

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LPKF Laser Aktie

8,86 EUR

– 0,08 EUR -0,89 %
KGV —
KUV 3,46
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 219,76 Mio. EUR
Ø Kursziel 22,75 EUR
ISIN: DE0006450000 WKN: 645000

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