LPKF Laser Aktie: Arne Schneider neu im Aufsichtsrat
LPKF beruft mit Dr. Arne Schneider einen Halbleiterspezialisten in den Aufsichtsrat. Trotz DSW-Kritik erhalten Entlastung und Vergütungsbericht hohe Zustimmung.

Kurz zusammengefasst
- 99,87 Prozent Zustimmung für neuen Aufsichtsrat
- DSW-Kritik an Doppelfunktion und Vergütung
- Keine Dividende, Gewinnvortrag beschlossen
- Auftragseingang steigt auf 24,1 Millionen Euro
Nach der Hauptversammlung in Hannover hat LPKF Laser & Electronics seinen Aufsichtsrat mit einem Halbleiterspezialisten verstärkt. Die Aktionäre wählten Dr. Arne Schneider, Vorstandsvorsitzender der Elmos Semiconductor SE, mit 99,87 Prozent Zustimmung in das Kontrollgremium. Sein Profil passt zum strategischen Kurs des Unternehmens — und das dürfte kein Zufall sein.
Halbleiter-Know-how kommt ins Kontrollgremium
Schneider ist laut Hauptversammlungsunterlagen als Finanzexperte mit Sachverstand in Abschlussprüfung und Rechnungslegung ausgewiesen. Seine Amtszeit läuft bis zur Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2029 entscheidet.
LPKF hat in den vergangenen Monaten intensiv auf Halbleiter- und Advanced-Packaging-Themen gesetzt. Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen Fortschritte bei der LIDE-Technologie für hochpräzise Glasbearbeitung — Systeme laufen bereits in Test- und F&E-Umgebungen, Folgeaufträge werden erwartet. Ein Aufsichtsrat mit Halbleiter-Hintergrund gibt diesem Wachstumsfeld nun auch auf Governance-Ebene Gewicht.
DSW-Kritik ohne Durchschlagskraft
Nicht alle Abstimmungen verliefen reibungslos. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz empfahl ein Nein zur Entlastung des Aufsichtsrats und zur Billigung des Vergütungsberichts.
Beim Aufsichtsrat störte die DSW die Doppelfunktion von Frau Siebert als Leiterin des Gremiums und des Prüfungs-, Risiko- und ESG-Ausschusses — eine Konstellation, die der Deutsche Corporate Governance Kodex nicht empfiehlt. Beim Vergütungsbericht verwies die DSW auf einen EBIT-Einbruch um 435 Prozent bei nahezu konstanter Managementvergütung, was sie als unvereinbar mit dem Pay-for-Performance-Prinzip wertet.
Die Abstimmungsergebnisse zeigten, dass die Aktionärsmehrheit diese Kritik nicht teilte. Die Aufsichtsratsentlastung erhielt 93,57 Prozent Ja-Stimmen, der Vergütungsbericht sogar 98,13 Prozent.
Keine Dividende — Kapital bleibt im Unternehmen
Der Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr 2025 wird vollständig auf neue Rechnung vorgetragen. Auch dieser Beschluss fiel mit 99,76 Prozent Zustimmung deutlich aus.
Das Signal ist klar: LPKF schüttet nicht aus, sondern investiert. Das passt zur operativen Lage — im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 17,1 Millionen Euro nach 25,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, das EBIT bei minus 6,9 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg allerdings auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4 — ein Zeichen, dass mehr Aufträge hereinkommen als ausgeliefert werden.
Hochvolatile Aktie vor nächsten Daten
Die Aktie notiert bei 21,10 Euro und liegt seit Jahresbeginn rund 251 Prozent im Plus — trotz eines Rückgangs von fast elf Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 143,78 Prozent zeigt, wie nervös der Markt auf jede neue Information reagiert.
Am 18. Juni 2026 folgt ein SdK-Anlegerforum mit CEO Klaus Fiedler. Den nächsten harten Zahlentest liefert der Halbjahresbericht am 23. Juli 2026 — dann wird sich zeigen, ob der starke Auftragseingang aus dem ersten Quartal in echte Umsätze und bessere Margen umgemünzt werden konnte.
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