LPKF Laser Aktie: SDAX-Aufstieg am 22. Juni
LPKF Laser steigt in den SDAX auf, doch Shortseller erhöhen Druck. Der Aktienkurs fällt, während der Markt auf konkrete LIDE-Aufträge wartet.

Kurz zusammengefasst
- SDAX-Aufnahme am 22. Juni
- Shortquote auf über zwei Prozent gestiegen
- LIDE-Produktionsaufträge bleiben aus
- Umsatz im ersten Quartal gesunken
LPKF Laser bekommt Rückenwind aus dem Indexlager. Am 22. Juni rückt der Laserspezialist in den SDAX auf. Der Haken: Der Kurs steht unter Druck, Short-Seller bauen Positionen aus und das wichtigste operative Versprechen läuft Ende des Quartals aus.
Am Freitag schloss die Aktie bei 20,30 Euro und verlor auf Wochensicht 7,31 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 237,77 Prozent zu Buche. Diese Mischung macht die Lage so heikel: Der Markt hat viel Zukunft eingepreist, wartet nun aber auf Belege.
SDAX-Aufstieg bringt Aufmerksamkeit
ISS Stoxx nimmt LPKF Laser mit Handelsbeginn am 22. Juni in den SDAX auf. Neben LPKF rücken auch Vincorion, Basler und Asta Energy Solutions in den Index. Adesso und Borussia Dortmund verlassen den Small-Cap-Index.
Für LPKF ist das mehr als ein Etikett. SDAX-Mitglieder landen automatisch stärker auf den Bildschirmen passiver Fonds und institutioneller Investoren. Das kann Nachfrage schaffen, vor allem rund um den Indexwechsel.
Der Kurs hat sich zuletzt jedoch vom Hoch entfernt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30,00 Euro liegt die Aktie 32,33 Prozent tiefer. Der Abstand zeigt, wie schnell die Stimmung nach dem starken Lauf gekippt ist.
Short-Seller erhöhen den Einsatz
Der zweite Belastungsfaktor kommt aus dem Leerverkaufsregister. Voleon Capital Management hat seine Netto-Leerverkaufsposition seit Ende April von 1,70 auf 2,13 Prozent erhöht. Auch Marshall Wace erscheint im öffentlichen Register.
Das ist kein Randthema. Eine Short-Position von mehr als 2 Prozent kann den Druck auf eine Aktie verstärken, gerade wenn operative Nachrichten fehlen. Sie kann aber auch zum Gegenimpuls werden, falls gute Meldungen Short-Seller zum Eindecken zwingen.
Kurz gesagt: ein Risiko. Und ein möglicher Beschleuniger.
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LIDE bleibt der zentrale Prüfstein
Operativ hängt die Bewertung weiter stark an LIDE. Die Technologie soll hochpräzise Glasbearbeitung für die nächste Chip-Generation ermöglichen. CEO Klaus Fiedler hatte erste Produktionsaufträge für das zweite Quartal 2026 in Aussicht gestellt.
Damit läuft die Uhr. Der Hochlauf der LIDE-Produktion soll frühestens 2027 beginnen. Hohe Stückzahlen erwartet LPKF erst ab 2029. Bis dahin braucht der Markt Hinweise, dass aus Kundengesprächen echte Aufträge werden.
Die jüngsten Zahlen liefern noch kein starkes Fundament. Im ersten Quartal fiel der Umsatz um 32 Prozent auf 17,1 Millionen Euro. Das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro.
Immerhin zog der Auftragseingang auf 24,1 Millionen Euro an. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,4 signalisiert, dass mehr Aufträge hereinkamen als Umsatz abgearbeitet wurde. Das mildert den schwachen Jahresstart, ersetzt aber keinen LIDE-Produktionsauftrag.
Das Solarsegment bleibt ein Problem. Kunden halten sich mit Investitionen zurück, weil sich die Branche stärker Richtung Perowskit-Zellen bewegt. Für LPKF bedeutet das weniger Auslastung in einem Bereich, der früher verlässlicher lief.
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand 105 bis 120 Millionen Euro Umsatz an. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent liegen. Große Halbleiteraufträge sind in dieser Prognose nicht enthalten.
Die nächsten Termine
- 18. Juni: SdK-Anlegerforum mit CEO Klaus Fiedler
- 22. Juni: Aufnahme in den SDAX zum Handelsbeginn
- 23. Juli: Halbjahresbericht mit Blick auf LIDE und Auftragseingang
Damit prallen zwei Kräfte aufeinander. Der SDAX-Aufstieg kann neue Käufer anziehen, während Short-Seller und fehlende LIDE-Abschlüsse auf dem Kurs lasten. Bis Ende Juni zählt vor allem, ob LPKF das angekündigte Auftragsfenster mit konkreten Produktionsaufträgen füllt.
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