Lucid Group Aktie: Robotaxi-Verschiebung!
Der kommerzielle Einsatz in der San Francisco Bay Area ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen; Lucids Quartalszahlen folgen am 9. November.

Kurz zusammengefasst
- Robotaxi-Dienst startet später als zunächst angekündigt
- Fahrerlose Tests für Q4 2026 erwartet
- Vorserienfertigung in Arizona im Oktober begonnen
- Auslieferungen und Produktion unter Analystenerwartungen
Der kommerzielle Robotaxi-Start von Uber, Nuro und Lucid in der San Francisco Bay Area verschiebt sich auf das erste Quartal 2027. Uber nannte gestern den neuen Zeitplan. Im Juni hatten die Partner den Auftakt noch für später im laufenden Jahr angekündigt. Für Lucid rückt damit ein kommerzieller Meilenstein nach hinten. Zugleich steht mit den bevorstehenden Quartalszahlen die Entwicklung des Fahrzeuggeschäfts im Mittelpunkt.
Fahrerlose Tests sollen vorher beginnen
Uber-CEO Dara Khosrowshahi erwartet vollständig fahrerlose Tests mit Nuro und Lucid noch im vierten Quartal 2026. Der kommerzielle Dienst in der Bay Area soll vom ersten Tag an ohne Sicherheitsfahrer auskommen. Houston und weitere Städte sollen folgen.
Lucid meldete gestern einen Fortschritt bei der Vorbereitung: Das Team in Arizona habe im Oktober mit der Fertigung von Vorserien-Robotaxis begonnen. Dieser Produktionsschritt ist allerdings nicht mit dem Start eines kommerziellen Fahrdienstes gleichzusetzen.
Bei den Genehmigungen bestehen noch Hürden. Die kalifornische Aufsichtsbehörde CPUC führte Nuro weiterhin lediglich mit einer Pilotgenehmigung mit Fahrer. Die Verkehrsbehörde DMV hatte dagegen fahrerlose Tests des Gravity in Santa Clara und San Mateo genehmigt.
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Vorserienfertigung, fahrerlose Erprobung und kommerzieller Betrieb sind unterschiedliche Etappen. Der neue Zeitplan bestätigt daher noch keinen uneingeschränkt genehmigten Marktstart.
Quartalszahlen liefern den nächsten Prüfstein
Lucids Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 werden am 9. November nach Börsenschluss erwartet. Bereits bekannt sind die operativen Mengen: Das Unternehmen lieferte 3.806 Fahrzeuge aus und produzierte 2.954 Fahrzeuge.
Damit blieben sowohl Auslieferungen als auch Produktion hinter den Analystenerwartungen zurück. Für die Ergebnisvorlage zählt deshalb besonders, wie sich die Fahrzeugmengen in Umsatz und Verlust niederschlagen. Die Robotaxi-Perspektive ersetzt diesen kurzfristigen Prüfstein nicht.
Analysten erwarten einen bereinigten Verlust von 2,27 US-Dollar je Aktie. Das wäre eine Verringerung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Dabei handelt es sich um eine Konsensschätzung und noch nicht um ein gemeldetes Ergebnis.
Zurückhaltung trotz langfristiger Perspektive
StoneX bestätigte seine Halteempfehlung. Auch der Analystenkonsens lautet Halten. Die überwiegend neutrale Einschätzung unterstreicht, dass die Robotaxi-Pläne allein bislang keine breite Kaufüberzeugung auslösen.
Heute verliert die Lucid-Aktie -8,9%; die angekündigten nächsten Schritte bieten dem Papier damit keinen erkennbaren Rückhalt. Eine eindeutige Zuordnung der Tagesbewegung zur Terminverschiebung lässt sich daraus nicht ableiten.
Für Anleger stehen nun zwei getrennte Fragen an: Können die Quartalszahlen eine Verbesserung des laufenden Geschäfts belegen, und gelingt der Übergang von Robotaxi-Tests zum kommerziellen Betrieb? Der nähere Prüfstein ist die Ergebnisvorlage. Der verschobene Fahrdienststart bleibt eine Perspektive für das kommende Jahr.
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