Lufthansa Aktie: 1,7 Milliarden Kerosinkosten geringer als befürchtet
Sinkende Kerosinkosten und ein US-Iran-Abkommen lassen Analysten auf eine bessere Ebit-Prognose für Lufthansa hoffen.

Kurz zusammengefasst
- Kerosinpreise fallen unerwartet stark
- JPMorgan sieht Potenzial für Ergebnisüberraschung
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
- Inlandsstrecke Bremen-Frankfurt wird eingestellt
Kerosinpreise auf dem Rückzug, Öl im Sinkflug – das nährt Hoffnungen in der Luftfahrtbranche. Analysten sehen bei der Lufthansa Potenzial für eine Ergebnisüberraschung.
JPMorgan bleibt vorsichtig
Das Analysehaus JPMorgan hat die Lufthansa-Aktie auf „Neutral“ belassen. Das Kursziel von 7,50 Euro bestätigte Analyst Harry J. Gowers ebenfalls. [Price: Lufthansa Aktie notiert aktuell bei 8,99 Euro, nach einem Minus von 1,53 Prozent am Freitag.]
Der Grund für den Optimismus: Die Kerosinkosten fallen geringer aus als erwartet. Die Lufthansa hatte für 2026 mit Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro gerechnet. Rund 80 Prozent des Bedarfs sind jedoch abgesichert.
Hinzu kommt die geopolitische Lage. Das US-Iran-Rahmenabkommen hat die Ölpreise gedrückt. Gowers sieht deshalb Spielraum nach oben für die Ebit-Prognose.
Der Aktienkurs bleibt deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 8,05 Euro. Vom 52-Wochen-Tief bei 6,72 Euro im Oktober 2025 hat sich das Papier rund 34 Prozent erholt.
Streckenanpassung im Inland
Parallel zur finanziellen Neubewertung steht der Konzern vor operativen Einschnitten. Die Flugverbindung zwischen Bremen und Frankfurt wird zum 1. Juli eingestellt.
Das sorgt lokal für Verstimmung. Veranstalter der IJCAI-KI-Konferenz und der Space Tech Expo, beides internationale Events in Bremen, kritisieren die Entscheidung.
Abseits dessen setzt die Lufthansa ein soziales Zeichen. Der Konzern versteigert Business-Class-Sitze aus einem ausgemusterten Airbus A380. Der Erlös kommt den Hilfsorganisationen „Help Alliance“ und „Cargo Human Care“ zugute.
Das RSI von 64,1 signalisiert: Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Der Trend bleibt intakt, solange der Kerosinpreis nicht wieder anzieht. Ein neues Allzeithoch liegt bei 9,59 Euro – die aktuelle Notiz ist knapp sechs Prozent davon entfernt.
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