Lufthansa Aktie: Cockpit-Zoff geht weiter!
City Airlines und Verdi regeln die Altersvorsorge; bei Vereinigung Cockpit, CityLine und Discover Airlines bestehen Konflikte fort.

Kurz zusammengefasst
- City Airlines vereinbart Vorsorge mit Verdi
- Beschäftigte können Gehaltszulage wählen
- Schlichtung mit Vereinigung Cockpit ohne Einigung
- CityLine und Discover bleiben Streitpunkte
Lufthansa erzielt bei der Altersvorsorge nur einen Teilerfolg: Während City Airlines mit Verdi eine Vereinbarung geschlossen hat, endet die Schlichtung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ohne Einigung. Eine umfassendere Mediation läuft weiter. Unmittelbare Pilotenstreiks drohen deshalb derzeit nicht. Für Anleger bedeutet das: Ein Tarifabschluss in einem Konzernbetrieb löst die übergreifenden Konflikte noch nicht.
Mediation bleibt der entscheidende Verhandlungsweg
Wie das Handelsblatt heute berichtet, brachte die Schlichtung zwischen Lufthansa und Vereinigung Cockpit keinen Abschluss. Gegenstand der Gespräche sind Gehälter und Altersversorgung in den deutschen Lufthansa-Flugbetrieben. Die breitere Mediation umfasst daneben strategische Fragen.
Laut Reuters endete das Verfahren ohne verbindlichen Schiedsspruch. Die Schlichter Bodo Ramelow und Roland Koch boten weitere Vermittlung an. Lufthansa erklärte, weiter nach Lösungen zu suchen. Damit bleibt der Gesprächskanal offen, obwohl eine belastbare Einigung fehlt.
Für die Bewertung ist diese Unterscheidung wichtig: Das Ende der Schlichtung bedeutet derzeit keine unmittelbare Rückkehr zu Arbeitskämpfen. Zugleich gibt es keinen fertigen Schlichtungskompromiss, auf den die Parteien bei einem Scheitern der Mediation zurückgreifen könnten.
Die Aktie gibt heute um -2,0% nach. Der Abschlag fällt damit auf einen Tag mit gemischten Tarifnachrichten; eine eindeutige Zuordnung der Kursbewegung zu einem einzelnen Verhandlungsergebnis lässt sich daraus nicht ableiten.
City Airlines vereinbart Wahlrecht
Bei Lufthansa City Airlines ist dagegen ein konkreter Abschluss gelungen. Verdi und die Fluggesellschaft vereinbarten heute eine betriebliche Altersvorsorge für rund 660 Beschäftigte. Der Arbeitgeber zahlt monatlich 5 % des individuellen Einkommens in eine Unterstützungskasse. Alternativ können Beschäftigte den Betrag als Gehaltszulage erhalten.
Die Vereinbarung erfasst Cockpit- und Kabinenpersonal. Wer die Auszahlung wählt, erhält zusätzliches Bruttoeinkommen vor dem Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Das Wahlrecht verbindet somit langfristige Vorsorge mit der Möglichkeit einer sofortigen Auszahlung.
Nach Angaben von Verdi gibt es eine solche Wahlmöglichkeit bislang bei keiner anderen Fluggesellschaft der Lufthansa Group. Der Abschluss zeigt, dass Vereinbarungen auf Ebene einzelner Betriebe möglich sind. Er ersetzt jedoch keine Lösung für die laufenden Gespräche mit Vereinigung Cockpit.
CityLine und Discover bleiben Konfliktfelder
Zusätzlichen Streit verursacht die Abwicklung von Lufthansa CityLine. Nach gescheiterten Verhandlungen über einen betrieblichen Interessenausgleich kann Lufthansa die endgültige Schließung umsetzen. Vereinigung Cockpit fordert verbindliche Absicherungen und einen angemessenen Sozialplan.
Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere den Druck durch Aufhebungsverträge und ungeregelte konzerninterne Wechsel. Lufthansa verweist dagegen auf Wechselmöglichkeiten sowie tarifliche Schutzregelungen für Teile des Personals. Eine Verständigung über Abwicklung und Abfindungen steht weiter aus.
Auch bei Discover Airlines fehlt ein Abschluss zur Altersvorsorge. Verdi hat das erste Angebot als unzureichend zurückgewiesen und verlangt Nachbesserungen. Die Verhandlungen sollen in Kürze fortgesetzt werden.
Für Lufthansa bleibt der Erfolg bei City Airlines damit begrenzt: Er schafft dort klare Vorsorgeregeln, beseitigt aber weder den Konflikt um CityLine noch den Verhandlungsbedarf in anderen Flugbetrieben. Entscheidend bleibt, ob die laufende Mediation tragfähige Vereinbarungen hervorbringt.
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