Nahost-Krise, Streikmandat und verpasste DAX-Rückkehr: Die Lufthansa-Aktie verliert binnen einer Woche knapp 13 Prozent. Am morgigen Freitag folgen die Jahreszahlen – und die könnten zeigen, wie belastbar der Konzern wirklich ist.
Streckennetz unter geopolitischem Druck
Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran zwingt Europas größte Airline zu drastischen Maßnahmen. Flüge nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bleiben bis mindestens 8. März gestrichen. Hinzu kommt: Der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate wird derzeit gemieden.
Die Folgen gehen weit über die gestrichenen Direktverbindungen hinaus. Zahlreiche Langstreckenrouten zwischen Europa und Asien müssen erhebliche Umwege fliegen – mit längeren Flugzeiten, höherem Kerosinverbrauch und zusätzlichen Verspätungen im Gesamtnetz. Parallel übernimmt ein Airbus A340-300 im Auftrag der Bundesregierung Evakuierungsflüge für Kinder, Kranke und Schwangere.
Immerhin: Lufthansa steht nicht allein. Auch British Airways, Air France und Wizz Air haben Verbindungen in die Region ausgesetzt. Es handelt sich um ein branchenweites Problem.
Cityline-Piloten stimmen für Streik
Bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline eskaliert der Tarifkonflikt. Am 26. Februar votierten die Piloten mit 99 Prozent bei einer Beteiligung von 95 Prozent für mögliche Streikmaßnahmen. Die Vereinigung Cockpit (VC) fordert eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent für die Jahre 2024 bis 2026. Das vorliegende Angebot des Managements bleibt nach Gewerkschaftsangaben hinter den Forderungen zurück.
Käme es zu Streiks, würde vor allem der Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie Europarouten leiden. Ein vorangegangener Pilotenstreik bei der Kerngesellschaft hatte bereits über 800 Flüge gekostet und rund 100.000 Passagiere betroffen. Der zugrundeliegende Tarifkonflikt ist weiterhin ungelöst.
DAX-Rückkehr verschoben
Die Deutsche Börse bestätigte nach ihrer regulären Überprüfung: Die Zusammensetzung des DAX bleibt zum 23. März unverändert. Lufthansa bleibt außerhalb des Leitindex – ein Status, den die Airline seit 2020 hält.
Der Markteintritt hätte typischerweise frische Nachfrage von Index-Tracking-Fonds ausgelöst. Dieser potenzielle Kurstreiber entfällt nun auf absehbare Zeit. Die Aktie notiert aktuell bei 8,17 Euro und liegt damit knapp 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro.
Ausblick: Jahreszahlen als Prüfstein
Trotz der aktuellen Turbulenzen plant der Konzern eine Kapazitätssteigerung von sechs Prozent auf Langstrecken bis 2026, mit Fokus auf die robuste Nachfrage im US-Markt. Die Tochter Eurowings kündigte für Sommer 2026 eine Ausweitung auf über 70 Direktziele an. Zudem soll die Senkung der deutschen Luftverkehrsteuer zum 1. Juli finanzielle Entlastung bringen.
Die morgigen Jahreszahlen werden zeigen, wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell angesichts der Mehrfachbelastung tatsächlich ist. Für das Geschäftsjahr 2024 zahlte Lufthansa eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie – bei aktuellem Kursniveau entspricht das einer Rendite von rund 3,7 Prozent.
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