Lufthansa Aktie: Eurowings baut Berlin auf elf Maschinen aus
Ryanair zieht sich in Berlin zurück, Eurowings rückt nach. Für Lufthansa ist das mehr als ein zusätzlicher Flugplan: Der Konzern nutzt die Lücke, um im Heimatmarkt Präsenz zu zeigen, während Kosten und Steuern viele Airlines bremsen. Die Aktie nimmt die Nachricht bisher eher nüchtern auf.
Eurowings baut Berlin aus
Eurowings will zum kommenden Winterflugplan zwei zusätzliche Flugzeuge fest am Hauptstadtflughafen BER stationieren. Damit wächst die lokale Flotte auf elf Maschinen, das Streckennetz soll auf rund 50 Ziele steigen.
Der Schritt folgt auf Ryanairs angekündigten Abzug von sieben Maschinen aus Berlin. Lufthansa besetzt damit Kapazitäten, die im Flugplan frei werden, und stärkt zugleich ihre Position im deutschen Punkt-zu-Punkt-Verkehr. Das ist strategisch nachvollziehbar: Wer an deutschen Flughäfen trotz hoher Gebühren präsent bleibt, kann Marktanteile gewinnen, wenn Wettbewerber kürzen.
Neu hinzukommen sollen unter anderem Flüge nach Bologna. Auch die Verbindungen zu den Kanarischen Inseln werden ausgebaut, darunter Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa. Für den Berliner Betrieb beschäftigt Eurowings künftig mehr als 300 Crew-Mitglieder.
Allegris soll Erlöse stützen
Neben dem Ausbau in Berlin arbeitet Lufthansa weiter am Premiumprodukt auf der Langstrecke. Das neue Kabinenkonzept Allegris soll ab dem vierten Quartal auf der Verbindung München–Singapur eingeführt werden.
Im Kern geht es um höhere Zahlungsbereitschaft in First und Business Class. Neue Suiten sollen mehr Privatsphäre und Komfort bieten, also genau jene Punkte, mit denen Lufthansa im Wettbewerb mit den Golf-Airlines und asiatischen Netzwerkcarriern punkten will.
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Für den Konzern ist das kein kosmetisches Projekt. Das Premiumgeschäft soll helfen, die Durchschnittserlöse zu stabilisieren und die operative Marge langfristig im Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent zu halten. Gerade bei hohen Standortkosten wird der Erlös je Sitz wichtiger.
Aktie bleibt verhalten
An der Börse bleibt die Reaktion begrenzt. Bei 7,70 Euro notiert die Lufthansa-Aktie praktisch unverändert, auf Wochensicht steht aber ein Minus von 5,50 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf 9,88 Prozent.
Das passt zum Bild im Sektor. Operativ setzt Lufthansa Akzente, die Belastungen bleiben aber sichtbar: Kerosinpreise, Gebühren und die Debatte um die deutsche Luftverkehrsteuer drücken auf die Stimmung. Kein Wunder, dass Anleger operative Fortschritte derzeit nicht sofort höher bewerten.
Auf der Eigentümerseite bleibt die Struktur auffällig. BlackRock hält rund 3,15 Prozent an Lufthansa, Großaktionär Kühne kommt zuletzt auf 20 Prozent. Das sorgt für ein stabileres Aktionärsbild, ersetzt aber keine bessere operative Dynamik.
Für die kommenden Monate rückt die Umsetzung in den Vordergrund: Eurowings muss die neuen BER-Kapazitäten profitabel füllen, Lufthansa die modernere Langstreckenflotte und Allegris verlässlich ausrollen. Gelingt beides, hätte der Konzern im Heimatmarkt und auf der Premiumstrecke mehr Spielraum gegen den Kostendruck.
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