Pünktlich zum 100. Geburtstag krempelt Lufthansa die Konzernstruktur radikal um – und kämpft gleichzeitig mit den Piloten um Tariffrieden. Die Aktie notiert zwar knapp über der wichtigen 8,50-Euro-Marke, doch die Gefahr neuer Streiks könnte den positiven Schwung aus 2025 schnell abwürgen.
Die wichtigsten Fakten:
- Neue Zentralstruktur seit 1. Januar schränkt Autonomie der Töchter massiv ein
- ITA Airways: Aufstockung auf 90 Prozent bis Mitte 2026 geplant
- Schlichtung mit Pilotengewerkschaft läuft – Streikrisiko steigt
- Aktueller Kurs: 8,58 Euro (+39,5% in 12 Monaten)
Radikaler Umbau soll Effizienz steigern
Seit Neujahr greift die umfassendste Konzernreform der jüngeren Unternehmensgeschichte. Vier zentrale „Group Function Boards“ übernehmen die Kontrolle über Technologie, Personal, Finanzen und die Hub-Strategie. Austrian Airlines, Swiss und Eurowings verlieren in diesen Bereichen ihre bisherige Eigenständigkeit.
Das Management zielt damit direkt auf die kostspielige Doppel- und Dreifachstruktur, die Analysten seit Jahren kritisieren. Die operative Marge soll nachhaltig steigen – ein Signal, das bei Investoren gut ankommt.
Parallel dazu treibt der Konzern die ITA-Integration voran. Nach dem Einstieg mit 41 Prozent sollen bis Mitte 2026 weitere Anteile folgen, sodass Lufthansa dann 90 Prozent der italienischen Airline hält. Die vollständige Übernahme ist für 2027/2028 vorgesehen. ITA wird ins Transatlantik-Joint-Venture eingebunden und stärkt die Position in Südeuropa erheblich.
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Pilotengewerkschaft bremst Höhenflug
Trotz der strukturellen Fortschritte droht Ungemach von unerwarteter Seite. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die direkte Einigung mit dem Unternehmen abgebrochen und sucht nun die Schlichtung. Scheitert auch dieser Versuch, sind Arbeitsniederlegungen im Jubiläumsjahr wahrscheinlich.
Historisch reagiert die Aktie auf Streikankündigungen mit Kursabschlägen von 2 bis 5 Prozent. Die Unsicherheit belastet das Sentiment, auch wenn die charttechnische Ausgangslage mit dem Überschreiten der 8,50-Euro-Schwelle grundsätzlich konstruktiv bleibt. Der nächste Widerstand liegt im Bereich von 9,00 Euro.
Entscheidende Woche voraus
Der Newsflow zur laufenden Schlichtung wird kurzfristig über die Richtung entscheiden. Solange hier keine Lösung greift, bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt – unabhängig davon, wie vielversprechend die Konzernreform langfristig wirken mag. Am 9. Januar drohen zudem Streiks bei italienischen Bodendienstleistern, die zumindest die ITA-Flotte belasten könnten.
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