Rekordzahlen im Gepäck – aber die nächste Turbulenz ist schon in Sicht. Die Lufthansa Group hat für 2025 das stärkste Umsatzjahr ihrer Geschichte vorgelegt und will die Dividende erhöhen. Gleichzeitig häufen sich operative Störfaktoren, die das Netzwerk und die Kosten belasten.
Rekordjahr 2025 – aber nicht alles glänzt
Der Geschäftsbericht vom 6. März zeigt: Der Umsatz kletterte 2025 um 5% auf 39,6 Mrd. Euro. Auch operativ ging es klar voran. Das Adjusted EBIT stieg auf 2,0 Mrd. Euro, die operative Marge verbesserte sich auf 4,9%.
Unterm Strich fiel das Bild gemischter aus. Das Konzernergebnis lag mit 1,3 Mrd. Euro etwa auf Vorjahresniveau, beeinflusst durch Bewertungseffekte auf Verlustvorträge. Im Tagesgeschäft lief es hingegen rund: 135 Mio. Passagiere bedeuten ein Plus von 3%, der Sitzladefaktor erreichte mit 83,2% einen Rekord.
Turnaround, Cargo, Technik: Wo Lufthansa liefert
In der Kernmarke Lufthansa Airlines zeigt das Transformationsprogramm „Turnaround“ Wirkung. Das Jahresergebnis verbesserte sich um rund 250 Mio. Euro, die Adjusted-EBIT-Marge drehte auf +0,9%. Bei den Stückkosten (CASK) blieb für das Gesamtjahr zwar ein Anstieg von 1,9% stehen, im vierten Quartal stabilisierte sich das Niveau jedoch im Vergleich zum Vorjahr. Rückenwind kam zudem von niedrigeren Treibstoffkosten und einem schwächeren US-Dollar – laut Konzern ein Entlastungseffekt von rund 500 Mio. Euro.
Stabilitätsanker bleiben zwei Sparten: Lufthansa Cargo steigerte das Adjusted EBIT um 29% auf 324 Mio. Euro bei 3,4 Mrd. Euro Umsatz, getragen von starkem Geschäft auf asiatischen Routen und stabiler Nachfrage. Lufthansa Technik erzielte 603 Mio. Euro operatives Ergebnis und sammelte neue Verträge über 8,8 Mrd. Euro ein – ein Plus an Planungssicherheit für die nächsten Jahre.
Dividende, Flotte – und die Baustellen 2026
Für 2025 wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Mai eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vorschlagen (+10%). Parallel treibt der Konzern die Flottenmodernisierung: 2026 soll nahezu jede Woche ein neues Flugzeug kommen, bis Ende 2026 sollen rund 30% der Flotte aus Maschinen der neuesten Generation bestehen – mit geringerem Treibstoffverbrauch und niedrigeren Wartungskosten.
Doch genau 2026 ist operativ heikel. Direktverbindungen nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bleiben bis mindestens heute (8. März) gesperrt, zudem meidet Lufthansa den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate. Umwege auf Europa–Asien-Routen bedeuten längere Flugzeiten, mehr Treibstoff und zusätzliche Verzögerungen. Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage: Reisende meiden Krisengebiete, Lufthansa sieht mehr Nachfrage Richtung Asien und Afrika und prüft kurzfristige Frequenzerhöhungen etwa nach Singapur, Indien und China.
Hinzu kommt der Tarifkonflikt bei Eurowings. Die Vereinigung Cockpit hat eine Urabstimmung über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet; sie läuft bis zum 16. März (10:00 Uhr). Streiks sind wegen des Iran-Konflikts zwar vorerst ausgeschlossen, ab Montag, 9. März, aber wieder denkbar. Bei Cityline gab es bereits Ende Februar ein deutliches Votum für mögliche Arbeitskampfmaßnahmen.
Was heißt das für die Aktie? Trotz Rekordbericht steht der Titel kurzfristig unter Druck: Auf Wochensicht liegt das Papier bei -9,12% und schloss am Freitag bei 8,21 Euro. Damit notiert die Aktie auch unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,83 Euro.
Der Blick nach vorn bleibt zweigeteilt: Für 2026 peilt das Management Umsatzplus, „deutliche“ Ergebnisverbesserung und eine höhere operative Marge an – verweist aber ausdrücklich auf Unsicherheiten durch die instabile Lage in der Golfregion. Konkret terminiert ist der nächste wichtige Punkt für Aktionäre bereits: Am 12. Mai 2026 entscheidet die Hauptversammlung über den Dividendenvorschlag von 0,33 Euro je Aktie.
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